Wird im Homeoffice auch tatsächlich gearbeitet?

15. Juni 2020, 09:10 Uhr · Quelle: klamm.de
Wird im Homeoffice auch tatsächlich gearbeitet?
Foto: pixabay / CC0 Creative Commons

Viele Menschen träumen davon, daheim zu arbeiten. Für einige ist der Traum schon lange Realität, für andere hat ihn die Corona-Krise wahr gemacht. Vielleicht setzt sich dieses Arbeitsmodell in Zukunft sogar durch. Allerdings fragt sich mancher Chef, ob dann genauso gearbeitet wird, wie im Büro. Nicht wenige zweifeln und forschen nach.

Das Homeoffice - ein Zukunftsmodell?

Neu ist die Heimarbeit nicht. Bereits in frühkapitalistischer Zeit schafften Arbeiter von zu Hause aus. Sie webten, bauten kleine Produkte zusammen und erhielten meist einen Lohn, von dem sie kaum leben konnten. Heute dagegen wird es mehr und mehr üblich, dass Firmen ihre Mitarbeiter bei gutem Gehalt voll oder teilweise im Homeoffice arbeiten lassen. Das weltumspannende Internet und revolutionäre Mobilfunktechnologien machen es möglich. Bald können Autos selbstständig fahren, Mediziner Fernoperationen durchführen und Ingenieure komplexe Industrieprozesse zentral steuern. Das Homeoffice wird in absehbarer Zeit vielleicht Standard. Die Coronakrise hat ihn mit ihren Kontaktbeschränkungen schon unfreiwillig vorweggenommen. Viele Firmen lassen ihre Büroangestellten aufgrund hoher Ansteckungsgefahr von zu Hause aus arbeiten. Allerdings muss dabei einiges bedacht werden.

Von zu Hause aus arbeiten - die Vorteile überwiegen

Nicht jeder ist begeistert, wenn er das Wort Homeoffice hört. Das betrifft vor allem Chefs, weil sie befürchten, den Kontakt zu Mitarbeitern zu verlieren und diese dann nicht mehr kontrollieren zu können. Doch nicht nur bei ihnen, auch bei Arbeitnehmern gibt es Vorbehalte. Sie wollen den Umgang mit ihren Kollegen nicht missen und fürchten um ihre Karriere. Sie denken, bei ihrem Vorgesetzten sind sie, wie es so schön heißt, "Aus dem Auge aus dem Sinn". Außerdem befürchten manche, sie könnten unter diesen Umständen Job und Freizeit kaum mehr auseinanderhalten. Sie würden leichter abgelenkt und zum Feierabend keine Ruhe von der Arbeit finden. Allgemein aber überwiegen die Vorteile. Die Firmeninhaber sparen Büro- und andere Kosten und die Mitarbeiter bringen während ihrer Tätigkeit im Homeoffice Familie und Job besser unter einen Hut. Besonders wenn Kinder im Haus sind, ein Riesenvorteil!

Arbeit daheim im beiderseitigen Einverständnis

Ob im Homeoffice tatsächlich gut gearbeitet wird, bzw. gearbeitet werden kann, hängt wesentlich davon ab, inwieweit Arbeitgeber und -nehmer die gesetzlichen Bestimmungen einhalten. Ungefragt darf der Chef seine Angestellten nämlich nicht in die Heimarbeit schicken. Entweder beide Seiten haben das im Arbeitsvertrag geregelt, oder es bedarf, wie im Corona-Fall, beiderseitigen Einverständnisses. Das liegt unter anderem daran, dass die Wohnung als privat geschützter Bereich gilt. Um einen Besuch des Chefs wird er aber kaum herumkommen. Dieser ist laut Arbeitsschutzgesetz (ArbSchG) und Arbeitsstättenverordnung (ArbStättV) verpflichtet das Arbeitszimmer des Angestellten zu besichtigen. Im Übrigen vereinbaren beide Seiten eine sogenannte Vertrauensarbeitszeit, an die sich der Mitarbeiter tunlichst halten sollte. Das heißt, er muss während dieser Zeit an seinem Platz bleiben und telefonisch erreichbar sein. Auf Mails hat er zeitnah zu antworten.

Vertrauen und Selbstdisziplin - Grundlagen für die Arbeit im Homeoffice

Ohne Frage erfordert die Arbeit im Homeoffice ein gehöriges Maß Vertrauen seitens des Vorgesetzten. Demgegenüber steht die Selbstdisziplin des Mitarbeiters. Natürlich hat er die Gelegenheit, während der Arbeitszeit im und außer Haus unbemerkt privaten Dingen nachzugehen. So könnte er am PC diverse Webseiten anklicken, die nichts mit der Tätigkeit zu tun haben. Zum Beispiel er besucht ein Online-Casino und zockt an einem digitalen Spielautomaten um Geld zu machen. Damit aber verstößt er gegen seinen Vertrag, denn er reduziert eigenmächtig die festgelegte Arbeitszeit. In diesem und im Fall er verlässt die Wohnung für private Erledigungen, geht das Risiko einer sofortigen Kündigung ein. Solange der Angestellte alle Aufgabe voll zufriedenstellend erfüllt, müsste das dem Chef eigentlich egal sein. Nur sollte er sich dann Gedanken machen, inwieweit er sein Personalmanagement effektiver gestalten könnte.

Letzter Ausweg: Detektiv

In großer Mehrheit trifft es aber nicht zu, dass Arbeitnehmer die Homeoffice-Zeit für private Zwecke missbrauchen. Dennoch gibt es immer wieder schwarze Schafe, die ihre Aufgaben mangelhaft erfüllen und somit Handlungsbedarf verursachen. Was also ist zu tun? Einerseits hätte der Vorgesetzte bekanntermaßen das Recht, den Arbeitsplatz des Betreffenden zu besuchen, wodurch jedoch Fehlzeiten kaum zu beweisen wären. Demzufolge bleibt ihm nur, einen Privatdetektiv mit gezielten Nachforschungen zu beauftragen. So einfach geht das allerdings nicht. Erstens erlaubt das Bundesdatenschutzgesetz (BDSG) einen solchen Einsatz nur, wenn konkrete Verdachtsmomente vorliegen. Zweitens ist selbiger nach deutschem Arbeitsrecht nur ausnahmsweise möglich. Trotzdem gehen aktuell in der Corona-Krise viele Arbeitgeber diesen Weg. Die Auftragsbücher der Detekteien füllen sich, worauf deren Mitarbeiter den Tagesablauf vermeintlicher Sünder minutiös dokumentieren. Ohne freilich sich in Datennetze zu hecken. Derartige 'Beweise' hätten später vor einem Arbeitsgericht sowieso keinen Bestand. Zum Glück bleiben solche Prozesse prozentual gesehen in der Minderheit. Gut für das Homeoffice - das lässt hoffen!

Lifestyle / Arbeit / Homeoffice / Corona
15.06.2020 · 09:10 Uhr
[3 Kommentare]
Anzeige
Ein Freund, der in einer Großstadt lebt und dort viel unterwegs ist, erzählte neulich von einem Abend, an dem er sich mit einem Bekannten unterhielt, den er nur flüchtig kannte. Es ging um Musik, um die Szene, um Dinge, die sich verändern. Irgendwann, so sagt er, sei das Gespräch auf ein Thema gekommen, das früher vielleicht noch zwischen den Zeilen […] (00)
vor 13 Stunden
Iran-Krieg - Pakistan
Islamabad (dpa) - Unmittelbar vor Beginn der geplanten Friedensgespräche in Pakistan zwischen den USA und dem Iran haben beide Kriegsparteien auf ihren jeweiligen Forderungen beharrt. Der Iran machte seine Teilnahme an den Verhandlungen in der Hauptstadt Islamabad unter anderem von einem Ende der israelischen Angriffe im Libanon abhängig. US-Präsident […] (00)
vor 8 Minuten
Tesla
Austin (dpa) - Tesla führt in den Niederlanden als erstem Land in Europa die fortgeschrittene Version seines Fahrassistenzsystems ein. Vor der Zulassung habe Tesla die Software mit dem Namen «Full Self-Driving (Überwacht)» in ganz Europa intern getestet, wie der US-Elektroautobauer mitteilte. Man bemühe sich um die Erlaubnis der Behörden in weiteren europäischen Ländern. […] (00)
vor 5 Stunden
Titan Quest II lässt euch bald Gefährten herbeirufen
Für große Helden ist es ganz normal, allein in den Kampf zu ziehen und sich jeder Herausforderung ohne Hilfe zu stellen. Doch das muss nicht sein! Im kommenden Update von Titan Quest II können mutige Abenteurer bald mächtige Gefährten herbeirufen, die ihnen in hitzigen Gefechten treu zur Seite stehen. Das schon bald erscheinende neue Update wird für […] (00)
vor 8 Stunden
«Lisa Ann Walter: It Was An Accident»: Hulu kündigt Comedy-Special an
Das erste Stand-up-Special von Lisa Ann Walter startet Mitte Mai bei Hulu und international bei Disney+. Mit Lisa Ann Walter: It Was An Accident bringt Hulu am Freitag, den 15. Mai, ein neues Comedy-Special an den Start. In den USA erscheint die Produktion auch im Bundle über Disney+, während internationale Zuschauer das Programm direkt über Disney+ abrufen können. Das Comedy-Programm ist Teil […] (00)
vor 1 Stunde
FC Augsburg - TSG 1899 Hoffenheim
Augsburg (dpa) - Der TSG Hoffenheim geht im Rennen um die Champions-League-Plätze weiter die Luft aus. Die Kraichgauer wendeten beim FC Augsburg zwar die dritte Niederlage nacheinander in der Fußball-Bundesliga ab. Durch das 2: 2 (2: 2) aber verpasste es die TSG, zumindest vorübergehend zu Leipzig und Stuttgart auf den Rängen drei und vier […] (02)
vor 8 Stunden
btc, bitcoin, coin, cryptocurrency, crypto, finance, trader, currency, money
Aktuelle On-Chain-Daten zeigen, dass Bitcoin sich in einer bedeutenden Kostenbasis-Clusterzone bewegt. Der jüngste Kursanstieg hat diese Zone bisher nicht verlassen. Bitcoin URPD zeigt signifikante Angebotsbasis nahe aktueller Preisniveaus Der Analyst Ali Martinez hat in einem neuen Beitrag die aktuellen Daten zur UTXO Realized Price Distribution (URPD) von Bitcoin analysiert. Dieser On- […] (00)
vor 1 Stunde
Neu: Latino-Domain als Ort der Zugehörigkeit
Koeln, 10.04.2026 (PresseBox) - In einem Straßencafé in Los Angeles sitzt María vor ihrem Laptop und beobachtet, wie sich eine neue Website aufbaut. Es ist nur ein kurzer Moment, ein flüchtiger Klick – und doch zögert sie. Dann liest sie die Adresse noch einmal: sabores.latino. Kein „.com“, kein „.net“. Stattdessen ein Wort, das sich nicht wie Technik […] (00)
vor 12 Stunden
 
Elon Musk
(BANG) - Vivian Jenna Wilson, die entfremdete Tochter von Elon Musk, sagt, dass das […] (00)
Hailee Steinfeld kann der 'Niedlichkeit' ihrer Haustiere oft nicht widerstehen.
(BANG) - Hailee Steinfeld kann der "Niedlichkeit" ihrer Haustiere oft nicht […] (00)
Justin Bieber
(BANG) - Justin Bieber verfolgt bei seinem Coachella-Auftritt einen sehr praxisnahen […] (00)
Ostern in der Ukraine
Moskau/Kiew (dpa) - Russland und die Ukraine wollen zum orthodoxen Osterfest an […] (00)
Joey Fatone
(BANG) - NSYNC sind laut Joey Fatone noch nicht bereit für eine Wiedervereinigung. […] (00)
Nico Schlotterbeck
Dortmund (dpa) - Fußball-Nationalspieler Nico Schlotterbeck hat seinen Vertrag bei […] (05)
«Wednesday»: Lena Headey und weitere Stars stoßen zu Staffel 3
Für die dritte Staffel der Netflix-Erfolgsserie «Wednesday» erweitert ein prominentes Trio den […] (00)
Neue Infos zum Spionagethriller “Agent” von Rockstar North aufgetaucht
Na, wer erinnert sich noch an Agent? Alteingesessene Zocker erinnern sich vielleicht […] (00)
 
 
Suchbegriff