Eulerpool News

Wiener Aktienmarkt erholt sich: ATX mit Kursgewinnen trotz geopolitischer Unsicherheiten

13. Mai 2026, 18:07 Uhr · Quelle: Eulerpool News
Der Wiener Aktienmarkt erholt sich mit Gewinnen für den ATX-Index, beeinflusst von Unternehmensberichten und stabilen Ölpreisen.

Der Wiener Aktienmarkt hat am Mittwoch eine erfreuliche Wende genommen und sich nach den deutlichen Rückgängen der Vortage mit Kursgewinnen verabschiedet. Der österreichische Leitindex ATX konnte zum Handelsschluss um 0,64 Prozent auf 5.886,54 Punkte zulegen, nachdem er am Dienstag einen Rückgang von 1,47 Prozent verzeichnet hatte. Diese Erholung ist ein positives Signal für Investoren, die auf eine Stabilisierung des Marktes hoffen.

Die geopolitischen Spannungen, insbesondere im Nahen Osten, hatten zu einem Anstieg der Ölpreise geführt und die Anlegerstimmung belastet. Am Berichtstag zeigten sich die Rohölnotierungen jedoch stabil, was den Markt beruhigte. Analysten der Helaba weisen darauf hin, dass der Konflikt im Iran weiterhin ungelöst ist und die Situation in der Straße von Hormus unklar bleibt. Während der Waffenstillstand bisher hält, verschärft sich die Rhetorik zwischen den Konfliktparteien, was die Unsicherheiten auf den Märkten aufrechterhält.

In Wien nimmt die Berichtssaison der Unternehmen merklich an Fahrt auf, was für Investoren von großem Interesse ist. Unter den Unternehmen, die ihre Zahlen veröffentlichten, sind die Addiko Bank, Bajaj Mobility, Polytec, Semperit, Wienerberger und der Verbund. Die Ergebnisse dieser Unternehmen könnten entscheidend für die zukünftige Marktperformance sein.

Der teilstaatliche Stromkonzern Verbund musste im ersten Quartal einen erheblichen Rückgang seines Gewinns um 32 Prozent auf 270 Millionen Euro hinnehmen. Der Umsatz fiel um 15,5 Prozent auf 1,94 Milliarden Euro. Ein niedrigerer durchschnittlicher Absatzpreis im Stromverkauf belastete zusätzlich das Ergebnis. Trotz dieser Herausforderungen reagierte die Verbund-Aktie positiv und stieg um 1,2 Prozent, da die Zahlen laut Barclays über den Erwartungen lagen. Analysten der Erste Group hoben zudem hervor, dass der Verbund seinen Gesamtjahresausblick nach oben revidiert hat, was das Vertrauen in die Zukunft des Unternehmens stärkt.

Im Kontrast dazu hat der Baustoffriese Wienerberger im ersten Quartal einen Verlust von 30 Millionen Euro vermeldet, nachdem im Vorjahreszeitraum noch ein Gewinn von 5 Millionen Euro erzielt wurde. Der Umsatz sank um 7 Prozent auf über 1 Milliarde Euro. Die Anleger reagierten negativ auf die schwachen Zahlen, und die Wienerberger-Aktien verloren 4,4 Prozent. Laut Erste Group ist dies ein schwacher Start ins Jahr 2026, was die Wettbewerbsfähigkeit des Unternehmens in einem herausfordernden Marktumfeld infrage stellt.

Die Bajaj Mobility, früher bekannt als Pierer Mobility, konnte im ersten Quartal hingegen positive Nachrichten vermelden. Der Umsatz stieg um beeindruckende 70,2 Prozent auf 331,3 Millionen Euro, während der Verlust auf 35,1 Millionen Euro eingegrenzt wurde. Diese erfreuliche Entwicklung führte zu einem Anstieg der Bajaj-Aktien um 7,3 Prozent, was das Vertrauen der Anleger in die Strategie des Unternehmens stärkt.

Der oberösterreichische Autozulieferer Polytec berichtete von einem Umsatzrückgang um 20,8 Prozent auf 143,7 Millionen Euro, konnte jedoch sein Ergebnis nach Steuern auf 2,5 Millionen Euro steigern. Diese Entwicklung zeigt, dass das Unternehmen in der Lage ist, trotz eines sinkenden Umsatzes profitabel zu arbeiten. Die Polytec-Aktie verzeichnete ein Plus von 2,3 Prozent.

Der Gummi- und Kautschukkonzern Semperit hat im ersten Quartal 2026 die Rückkehr in die Gewinnzone geschafft und konnte nach einem Verlust ein positives Ergebnis von 8,9 Millionen Euro ausweisen. Auch der Umsatz und das operative Ergebnis (Ebitda) wiesen kräftige Zuwächse auf. Die Stabilität der Semperit-Anteilsscheine, die unverändert schlossen, deutet darauf hin, dass Anleger optimistisch in die Zukunft blicken.

Die Addiko Bank hat im ersten Quartal 2026 weniger Gewinn erzielt, was durch Sondereffekte im operativen Ergebnis bedingt ist. Positiv ist jedoch das Wachstum im Neugeschäft von 6,1 Prozent. Im Übernahmewettbewerb um die Bank hat die Raiffeisen Bank International (RBI) ihr Angebot auf 26,50 Euro je Aktie erhöht, während die slowenische Nova Ljubljanska Banka (NLB) ein Angebot von 29,0 Euro je Aktie unterbreitet hat. Die Addiko-Aktie tendierte zuletzt bei 29 Euro, was zeigt, dass die Marktteilnehmer optimistisch hinsichtlich einer Übernahme sind.

Insgesamt zeigt der Wiener Aktienmarkt eine gemischte Performance, die sowohl von positiven als auch von negativen Unternehmensnachrichten geprägt ist. Die geopolitischen Unsicherheiten bleiben jedoch ein entscheidender Faktor, den Investoren im Auge behalten sollten, um fundierte Entscheidungen zu treffen.

Finanzen / Markets / ATX / Geopolitik / Wiener Börse / Unternehmenszahlen / Investoren
[Eulerpool News] · 13.05.2026 · 18:07 Uhr
[0 Kommentare]
Renteneintritt mit 67 oder 70? Die richtige Strategie für langlebige Familien
Die Rentenfrage: Ein strategisches Dilemma mit großen Auswirkungen Mit 67 Jahren steht die Schwester eines Lesers vor einer der wichtigsten finanziellen Entscheidungen ihres Lebens: Sollte sie sofort ihre Sozialversicherungsleistungen beantragen oder bis zum Alter von 70 Jahren warten? Diese Frage ist keineswegs trivial, denn die Antwort kann den Unterschied zwischen finanzieller Sicherheit und […] (00)
vor 1 Stunde
TV-Fernbedienung mit Streaming-Anbietern (Archiv)
Berlin - Das Bundeskabinett hat eine Investitionsverpflichtung für Streamingdienste und Sender beschlossen. Diese sollen künftig mindestens acht Prozent ihres Jahresumsatzes in den Filmstandort Deutschland investieren. Zusätzlich gibt es Subquoten für deutschsprachige Inhalte, unabhängige Produzenten und die Herstellung neuer Werke. Mit dem Beschluss […] (00)
vor 3 Minuten
Weltraum-Bergbau: Vielversprechendes Ziel entpuppt sich als rotierende Falle
Ein Asteroid, der als vielversprechendes Ziel für den Weltraum-Bergbau galt, entpuppt sich als technisches Albtraum-Objekt: Er rotiert einmal alle 92 Sekunden. Neue Beobachtungen zeigen, dass die Fliehkraft an seiner Oberfläche die eigene Schwerkraft um das Hundertfache übertrifft. Für Raumfahrzeuge, die dort landen wollen, bedeutet das: ohne […] (00)
vor 49 Minuten
LED-Licht wirkt im Alltag oft simpel: Streifen ankleben, anschließen, fertig. In der Praxis entscheidet aber ein unscheinbares Bauteil darüber, ob die Beleuchtung ruhig, sicher und dauerhaft funktioniert. Wer eine 12V Stromversorgung für LEDs auswählt, sollte deshalb nicht nur auf den Preis schauen, sondern auf Spannung, Leistung, Einsatzort und die […] (00)
vor 4 Stunden
Call of Duty sperrt gelähmten Streamer: Wenn das Anti Cheat System zur Barriere wird
WheeledGamer ist seit Jahren in der Call of Duty Community bekannt. Der Streamer aus Dallas ist vom Hals abwärts gelähmt und spielt Warzone mit einem QuadStick – einem Controller, den er mit Atem und Kinn steuert. Am 22. Mai 2026 war sein Account plötzlich gesperrt. Der Grund: RICOCHET, Activisions Anti-Cheat-System auf Kernel-Ebene, hatte den Mund- […] (00)
vor 31 Minuten
«Behind The Games - Gianni Infantino»: Neuer Deep-Dive-Podcast zur WM
Für den Deutschlandfunk-Podcast sind Matthias Friebe und Maxi Rieger also eingetaucht in die Welt der FIFA - unterstützt durch den Investigativ-Journalisten Thomas Kistner. Seit zehn Jahren ist der umstrittene Gianni Infantino FIFA-Präsident und damit auch verantwortlich für die anstehende Bläh-WM in den USA. In einem fünfteiligen Podcast blickt die Deutschlandfunk-Sportredaktion jetzt tief in […] (00)
vor 1 Stunde
San Antonio Spurs - Oklahoma City Thunder
Oklahoma City (dpa) - Die Oklahoma City Thunder stehen in den Playoffs der Basketballliga NBA nach dem Titelgewinn im vergangenen Jahr vor dem erneuten Einzug in die Finalserie. Das Team um Topstar Shai Gilgeous-Alexander und Isaiah Hartenstein gewann Spiel fünf gegen die San Antonio Spurs mit 127: 114 und ging dadurch in der Conference-Finals-Serie im […] (00)
vor 5 Stunden
Jahresinventur und § 240 HGB: Was Unternehmen beim Nachweis ihrer Bestände beachten müssen
Bielefeld, 27.05.2026 (PresseBox) - Viele Unternehmen betrachten die Jahresinventur als operative Pflichtübung: zählen, abhaken, abheften. Dabei wird der rechtliche Rahmen oft unterschätzt. Gemäß § 240 HGB ist jeder Kaufmann zur vollständigen Bestandsaufnahme aller Vermögensgegenstände verpflichtet. Wer diese Pflicht nicht ordnungsgemäß erfüllt oder den […] (00)
vor 1 Stunde
 
Fortschritte in den Verhandlungen Während die Händler die neuesten Nachrichten von […] (00)
Analyse der Marktfehlbewertung NH Amundi Asset Management Co. hat ein überzeugendes […] (00)
Stimulus-Übertreibung in einem Hochzinsumfeld In einem mutigen Schritt setzt die […] (00)
Kerosin-Tankstelle (Archiv)
Frankfurt am Main - Der Vorstandsvorsitzende des Flughafenbetreibers Fraport AG, […] (00)
Sam Worthington mit seiner Frau Lara Worthington
(BANG) - Sam Worthington und Jai Courtney haben für Ray Mendozas neuen Western 'Blood […] (00)
Media Molecule arbeitet angeblich an einer neuen Open World IP – ein Studio kämpft ums Überleben
Media Molecule hat seit anderthalb Jahren kein einziges öffentliches Lebenszeichen […] (00)
Tennis French Open
Paris (dpa) - Die deutsche Tennisspielerin Laura Siegemund hat mit unverhohlener […] (00)
Kollaps am Bau: Historischer Absturz treibt den deutschen Wohnungsmarkt in den Todesstoß
Die nackten Zahlen des Statistischen Bundesamtes offenbaren ein beispielloses […] (04)
 
 
Suchbegriff