Wiederbelebung der Wehrpflicht: Ein Ruck geht durch Deutschland
In einer Zeit steigender Unsicherheiten und globaler Herausforderungen scheint die Wehrpflicht in Deutschland auf breiten gesellschaftlichen Zuspruch zu stoßen. Eine aktuelle Umfrage von infratest dimap im Auftrag des ARD-"Deutschlandtrends" zeigt, dass sich eine überwältigende Mehrheit der Deutschen für eine Form der Wehrdiensteinführung ausspricht. Besonders bemerkenswert ist, dass 55 Prozent der Befragten einen allgemeinen Dienst für Männer und Frauen befürworten, ein Anstieg um zehn Prozentpunkte seit April.
Dabei sind die Sympathien für diese Wiederbelebung über alle politischen Lager hinweg bemerkenswert hoch. Sowohl Anhänger der SPD als auch der Union zeigen sich mit Zustimmungen von 83 beziehungsweise 87 Prozent einig. Auch im Umfeld der Grünen und der AfD wird die Einführung eines allgemeinen Pflichtdienstes mehrheitlich unterstützt. Lediglich die Anhänger der Linken setzen sich weiterhin mehrheitlich für den bestehenden Aussetzungszustand ein.
Ein Großteil der Deutschen betrachtet die Stärkung der Bundeswehr als eine notwendige Maßnahme zur Sicherung des europäischen Friedens. 62 Prozent der Befragten vertreten die Meinung, dass Deutschland "kriegstüchtig" werden müsse, um den Frieden in Europa langfristig zu gewährleisten. Unter den politischen Parteien wird der Union am meisten zugetraut, diese friedensstiftende Rolle zu übernehmen, wobei sie in der Wahrnehmung der Bürger deutlich zulegt.
Insgesamt zeichnet sich eine politische Landschaft ab, in der die Wehrpflicht nicht nur als ein Instrument der militärischen Stärkung, sondern auch als gesellschaftlicher Konsens für eine sicherheitspolitische Neuausrichtung wahrgenommen wird.

