Wie Aave das Krypto-Winter-Ende einleiten könnte, laut Bitwise

Auch vier Monate nach dem massiven Einbruch von einem Rekordpreis über $126.000 bleibt die Stimmung rund um Bitcoin fragil. Das Ausbleiben einer Erholung hat die Ängste vor einem weiteren Krypto-Winter verstärkt.
Matt Hougan, Chief Investment Officer bei Bitwise, ist jedoch der Ansicht, dass dezentrale Finanzsysteme (DeFi) eine zentrale Rolle dabei spielen könnten, den Markt aus der aktuellen Baisse zu führen. Investoren konzentrieren sich zunehmend auf fundamentale Faktoren wie reale Nutzer, Einnahmen und nachhaltigen Wert.
Aave im Mittelpunkt
In einem kürzlich veröffentlichten Beitrag sprach Hougan über einen Governance-Vorschlag von Aave Labs, dem Team hinter dem Aave-Lending-Protokoll, mit dem Titel „Aave Will Win“. Dieser Vorschlag wird als Beispiel dafür gesehen, dass DeFi möglicherweise in eine neue Phase eintritt. Laut Hougan funktionieren DeFi-Protokolle wie Uniswap und Aave bereits als ernstzunehmende Unternehmen. Uniswap verzeichnet zeitweise mehr Spot-Handelsvolumen als Coinbase, während Aave jährlich mehr als $100 Millionen an Einnahmen generiert.
Trotzdem haben DeFi-bezogene Token unterdurchschnittlich abgeschnitten, hauptsächlich weil die meisten als Governance-Token konzipiert wurden, die zwar Stimmrechte bieten, aber keinen direkten Anspruch auf die Einnahmen des Protokolls. Hougan erklärte, dass diese Struktur als defensive Reaktion auf regulatorischen Druck, insbesondere von der US-Börsenaufsichtsbehörde SEC, entstanden ist, die den Howey-Test verwendet, um zu beurteilen, ob Token als Wertpapiere eingestuft werden können.
Der Bitwise-Manager bemerkte, dass Aave versucht hat, dieses Problem durch seine „Aavenomics“-Upgrades in den Jahren 2024 und 2025 zu adressieren, die Token-Rückkäufe einführten, die durch Protokollgebühren finanziert werden. Dennoch blieben Spannungen bestehen, da Aave Labs weiterhin einen Teil der Einnahmen für sich beanspruchen konnte, was im Dezember 2025 Aufmerksamkeit erregte, als es $10 Millionen an Swap-Gebühren an das Unternehmen zuwies.
Der neue Vorschlag „Aave Will Win“ zielt darauf ab, dieses Problem zu lösen, indem Aave Labs sich verpflichtet, 100% der Einnahmen aus allen Aave-gebrandeten Produkten, einschließlich der Website, der mobilen App, der Karte und der institutionellen Dienstleistungen, direkt an die DAO-Kasse zu leiten, die von den Token-Inhabern kontrolliert wird. Im Gegenzug würde Aave Labs ein Finanzierungspaket aus Stablecoins, Aave-Token und Meilenstein-basierten Zuschüssen in Höhe von etwa $50 Millionen erhalten, um die Entwicklung von Aave V4 und die Übertragung von geistigem Eigentum an die Community zu finanzieren, während eine neue Stiftung die Aave-Marke und -Markenrechte halten würde.
Dies würde den Aave-Token effektiv von einer reinen Governance-Rolle zu einem Vermögenswert mit direktem Anspruch auf Einnahmen transformieren und das Gründungsteam als Dienstleister positionieren, der den Token-Inhabern gegenüber verantwortlich ist, so Hougan.
Kritik
Der Vorschlag hat Kritik von einigen Community-Mitgliedern hervorgerufen, die die Finanzierungsanfrage als übertrieben ansehen oder argumentieren, dass bestimmte Elemente zusammengefasst sind. Andere weisen auch auf ungelöste Fragen hin, wie Einnahmen definiert und kontrolliert werden sollen.
Obwohl Hougan diese Bedenken als „legitim“ bezeichnet, sagte er, dass Aaves Schritt dazu führen könnte, dass andere Vermögenswerte diesem Beispiel folgen.

