Wenn Framerate-Frust zur Gefahr wird: Capcom sagt Optimierungs-Vortrag zu Monster Hunter Wilds ab
Das Schweigen, wo Transparenz versprochen war
Die Bühne war bereitet. Auf der renommierten japanischen Entwicklerkonferenz CEDEC 2025, dem Äquivalent zur westlichen GDC, wollte Capcom vom 22. bis 24. Juli eigentlich in die Offensive gehen. Geplant war ein Vortrag mit dem vielversprechenden Titel: „Wie man Monster Hunter Wilds flüssig zum Laufen bringt! Alles, was man über Optimierung wissen muss“. Es war die Chance für einen tiefen Einblick in die technischen Eingeweide des Spiels, ein Zeichen der Transparenz und ein Versprechen an die leidgeplagte Community, dass man ihre Sorgen ernst nimmt. Doch diese Chance wurde dem Erdboden gleichgemacht. Während andere Vorträge zu „Monster Hunter Wilds“ rund um UI-Design und Storytelling wie geplant stattfinden, bleibt der Stuhl der Optimierungs-Experten leer.
Die hässliche Fratze der Toxizität
Offiziell hüllt sich Capcom über die Gründe für diese kurzfristige Absage in Schweigen. Doch die gut informierten Quellen des japanischen Magazins Automaton Media zeichnen ein düsteres Bild, das einen langen Schatten auf die gesamte Gaming-Kultur wirft. Es waren offenbar nicht technische Probleme oder Termin-Schwierigkeiten, die zum Rückzug führten, sondern die hässliche Fratze der Fankultur: gezielte Belästigungen und inakzeptable Drohungen gegen die Mitarbeiter des Unternehmens. Die Wut über die mangelhafte Performance ist in pure Toxizität umgeschlagen und hat nun dazu geführt, dass genau der Dialog abgewürgt wird, den die Spieler so vehement einfordern. Ein tragisches Paradoxon, das zeigt, wie eine aufgebrachte Minderheit die Brücken der Kommunikation einreißen kann.
Ein Pflaster auf einer klaffenden Wunde
Dabei kann man Capcom nicht vorwerfen, das Problem gänzlich zu ignorieren. In der Vergangenheit räumte das Unternehmen die Schwierigkeiten bereits öffentlich ein, bot temporäre Lösungsansätze zur Reduzierung der CPU-Last an und bestätigte, den immensen VRAM-Hunger des Spiels bereits gedrosselt zu haben. Mit Title Update 2 wurde sogar Support für DLSS 4 nachgeliefert. Doch diese technischen Pflaster scheinen die tiefen Wunden in der Community nicht heilen zu können. Die Absage des Vortrags ist nun ein fatales Signal, das nicht nur die Hoffnung auf baldige, tiefgreifende Besserung dämpft, sondern auch die Kluft zwischen Entwicklern und ihren leidenschaftlichsten, aber auch gefährlichsten Fans, weiter vertieft.


