Weimer und die Lehren der Politischen Etikette: Ein Minister zieht Konsequenzen
Wolfram Weimer, der parteilose Kulturstaatsminister, hat bezüglich der Kontroverse um sein Medienunternehmen, die Weimer Media Group, und den alljährlichen Ludwig-Erhard-Gipfel ein bemerkenswertes Eingeständnis gemacht. Im Rückblick hätte er die Übertragung seiner Verlagsanteile an einen Treuhänder früher vornehmen sollen, um sich den Unmut im vergangenen Herbst zu ersparen.
Weimer, der sich offen als politischer Neuling bezeichnet, betonte, die formalen Regeln stets befolgt zu haben. Jedoch habe die Debatte ihm bewusst gemacht, dass über das Einhalten formaler Richtlinien hinaus eine klare Abgrenzung von politischen und unternehmerischen Interessen erwartet werde. Diese Erkenntnis hat ihn schließlich dazu bewegt, seine Unternehmensanteile vollständig einem Treuhänder zu übergeben.
Der vorangegangene Vorwurf der undurchsichtigen Trennung von beruflichen und privaten Interessen entstand, nachdem Berichte aufkamen, dass sein Unternehmen auf dem Ludwig-Erhard-Gipfel hohe Zugangspreise für exklusive Treffen mit Bundesministern verlangt habe. Diese Praxis zog Kritik auf sich und stellte Weimers Rolle als Minister in Frage.
Nach dem Eintritt in die Bundesregierung hatte er zunächst lediglich auf direkte unternehmerische Funktionen und Stimmrechte verzichtet. Weimer zeigte sich im Interview mit dem Deutschlandfunk erleichtert, die Angelegenheit sei nun abgeschlossen. Er betonte, dass er aus der Situation seine Lehren gezogen habe und dieser Punkt für ihn erledigt sei. Auf etwaige Nachwirkungen angesprochen, entgegnete er gelassen und abwiegelnd, dass die Angelegenheit keine Rolle mehr spiele.

