Wassercent in Bayern: Umweltpolitische Maßnahme oder Symbolpolitik?
Die Debatte um den geplanten Wassercent in Bayern gewinnt an Fahrt. Ab Juli 2026 soll eine Gebühr für die Entnahme von Grundwasser erhoben werden, ein Konzept, das in 13 weiteren Bundesländern bereits umgesetzt wird. Ziel dieser Maßnahme ist es, jährlich 80 Millionen Euro zu generieren, die gezielt in den Schutz der Wasserressourcen und nachhaltige Bewirtschaftungsprojekte fließen sollen.
Während die Zweckbindung der Einnahmen zunächst positiv klingt, steht die Frage im Raum, ob diese Mittel nicht auch auf anderen Wegen hätten aufgebracht werden können. In einem Land mit ohnehin hoher Steuerlast wirkt der Wassercent eher wie ein umweltpolitisches Trostpflaster denn als ernstzunehmende Maßnahme.
Von entscheidender Bedeutung bleibt, wie der Freistaat seine Bürger motivieren kann, bewusster und sparsamer mit Wasser umzugehen. Bislang fehlen konkrete Ansätze, die über die Erhebung einer Gebühr hinausgehen. Eine wirkungsvolle Strategie müsste Maßnahmen umfassen, die die Bevölkerung tatsächlich zu einem verantwortungsvolleren Umgang mit der Ressource Wasser bewegen.

