Was Deutschlands Kampfpanzer kostet
Was ist der Leopard 2?
Der Leopard 2 wird seit 1978 gebaut und gilt als einer der leistungsfähigsten Kampfpanzer weltweit. Hersteller ist heute der deutsch-französische Rüstungskonzern KNDS (ehemals Krauss-Maffei Wegmann).
Die aktuelle Version 2A8 verfügt über:
- 120-Millimeter-Glattrohrkanone von Rheinmetall
- moderne Verbundpanzerung aus Stahl, Wolfram und Keramik
- aktives Schutzsystem gegen Drohnen (Rafael)
- 1500-PS-Dieselmotor von Rolls-Royce Power Systems
- Assistenz- und Sensorsysteme von Hensoldt
Mit rund 64 Tonnen Gewicht erreicht der Panzer bis zu 65 km/h. Die Reichweite liegt bei etwa 400 Kilometern auf der Straße.
Was kostet ein neuer Leopard 2?
Die Bundeswehr bestellte 2023 zunächst 18 Leopard 2A8 als Ersatz für abgegebene Fahrzeuge. Der Bundestag genehmigte dafür rund 526 Millionen Euro – inklusive Ersatzteilen, Instandhaltung und Servicepaketen.
2024 folgten 105 weitere Leopard 2A8 für 2,9 Milliarden Euro, vorgesehen für die Panzerbrigade in Litauen.
Rechnet man die Gesamtsummen um, kostet ein Leopard 2A8 inklusive Service im Schnitt rund 27,85 Millionen Euro.
Ohne Serviceleistungen liegt der Preis laut dpa im „höheren zweistelligen Millionenbereich“.
Was kostet ein gebrauchter Leopard 2?
2017 kaufte die Bundeswehr 104 gebrauchte Leopard 2 sowie 32 Fahrgestelle für 760 Millionen Euro.
Die einzelnen Fahrzeuge (Typ 2A4) kosteten damals zwischen 5,5 und 7,3 Millionen Euro – vor Modernisierung.
Die Aufrüstung auf neuere Standards verteuert den Gesamtpreis jedoch deutlich.
Was kostet ein Schuss?
Die Standardmunition DM11 von Rheinmetall kostete laut letzter öffentlich verfügbarer Angabe aus dem Jahr 2017 rund:
- 9.000 Euro brutto
- 7.600 Euro netto
Seither wurden Munitionsrahmenverträge mehrfach erweitert. 2023 stockte die Bundeswehr einen Vertrag über Gefechts- und Übungsmunition auf vier Milliarden Euro auf. Konkrete Stückzahlen sind nicht öffentlich.
Wie viele Leopard 2 besitzt Deutschland?
Die Bundeswehr verfügt derzeit über 296 Leopard-2-Panzer in verschiedenen Versionen (A3, A5, A6M, A7V).
Zusätzlich sind 123 Leopard 2A8 bestellt. Weitere 75 Exemplare sollen folgen.
Zum Vergleich: 1990 verfügte die Bundeswehr noch über rund 3.000 Kampfpanzer dieses Typs.
Internationale Verbreitung und Einsatz
Rund 3.300 Leopard 2 sind laut KNDS weltweit in 23 Staaten im Einsatz.
In der Ukraine wurden seit 2023 insgesamt 108 Leopard 2 geliefert. Laut der Analyseplattform Oryx gelten bislang rund 50 als zerstört, beschädigt, verlassen oder erbeutet (Stand Januar 2026).
Der Nachfolger: Leopard 3
Seit 2025 arbeitet KNDS am Nachfolger „Leopard 2 A-RC 3.0“.
Geplant sind:
- 130-Millimeter-Kanone (50 % mehr Feuerkraft laut Rheinmetall)
- vollautomatischer Turm
- reduzierte Besatzung (3 statt 4 Soldaten)
- neue Sensor- und Antriebstechnologie
Der Prototyp wird bereits getestet.
Milliardenprojekt mit strategischer Dimension
Der Leopard 2 ist kein Massenprodukt, sondern ein hochkomplexes Waffensystem. Die Kosten pro Einheit liegen im Bereich moderner Kampfflugzeuge – nur mit anderer strategischer Funktion.
Der Ukrainekrieg hat gezeigt: Schwere Landstreitkräfte sind nicht obsolet.
Für Deutschland bedeutet das: Milliardeninvestitionen in ein System, das lange als Relikt des Kalten Krieges galt – nun aber wieder als Kern europäischer Abschreckung dient.


