Warum steigt Bitcoin nicht? Jeff Park erklärt die fehlenden Faktoren

Die jüngste Kursentwicklung von Bitcoin hat bei vielen Anlegern für Ernüchterung gesorgt. Nach einem starken Jahresbeginn und einem Anstieg über die Marke von $100.000, der kurzzeitig $125.000 erreichte, hat sich der Markt in eine Phase niedriger Volatilität begeben. Jeff Park von ProCap erklärte im 1000x-Podcast, dass diese Veränderung der „Marktstruktur“ der Hauptgrund dafür sei, dass Bitcoin Schwierigkeiten habe, neuen Schwung zu gewinnen, obwohl Gold und andere Rohstoffe neue Höchststände erreichen.
Bitcoin braucht Volatilität
Parks These ist klar: Der Aufwärtstrend von Bitcoin basiert historisch auf Volatilität. Wenn die Volatilität sinkt und niedrig bleibt, verliert Bitcoin eine seiner Hauptattraktionen für risikofreudiges Kapital, insbesondere für Kapital, das früh einsteigt, den Preis treibt und dann weitere Investoren anzieht.
„There’s two things we need to hit on,“ sagte Park. „One is the belief in the projection that I have for Bitcoin to reach meaningfully new highs that we need implied volatility and realized volatility to rise concurrently. And then the second is to your question, why is that not happening today?“
Park sieht Bitcoin weniger als isoliertes „Krypto-Asset“ und mehr als ein Instrument in einem breiteren Universum relativer Werte. In diesem Universum konkurriert Bitcoin um Kapitalallokation mit Aktien, Zinssätzen, Devisen und Rohstoffen, nicht nur mit anderen Kryptowährungen. Die Fähigkeit von Bitcoin, asymmetrische Ergebnisse zu erzielen, die durch Volatilität ausgedrückt werden, machte es für viele Investoren attraktiv.
Bitcoin braucht „echte“ Käufer
Dies führt zu einem unangenehmen Vergleich: Gold erreicht neue Höchststände, während Bitcoin hinterherhinkt. Park betont, dass Bitcoin-Anleger realistisch über die Akzeptanz und die aktuellen strukturellen Käufe sein müssen.
„The reality is gold is going up because there’s real buyers, right?“ sagte er. „There’s real buyers stepping in as there has been for the past year and a half. And those structural bids continue to exist because it has found a product market fit within our global monetary framework as a reserve asset.“
Park argumentiert, dass Bitcoin diesen Status noch nicht erreicht hat. Zwar gibt es immer wieder Berichte über staatliches Interesse, wie etwa durch die tschechische Zentralbank, aber die dominanten Kapitalflüsse im Jahr 2025 stammen von ETFs und Unternehmen, nicht von Regierungen oder Zentralbanken.
„Make no mistake, it’s not governments and it’s not central banks,“ sagte er. „Most of the flows today have come from ETFs and corporates. ETFs are coming because there’s private wealth investment advisors that want exposure to an asset class… Corporates have a very different intention of what they’re trying to accomplish.“
Diese Unterscheidung ist wichtig, da sie den Ton des Marktes verändert. ETF-Käufer suchen oft nach Vorteilen in der Portfoliokonstruktion, Dekorrelation und Optionalität, anstatt nach der Art von hochgradig überzeugten, narrativ getriebenen Käufen, die Bitcoin historisch als Hauptattraktion des Marktes erscheinen ließen.
Rückkehr der Einzelhandelsadoption
Park erweitert das Argument auf einen breiteren kulturellen Punkt, wer tatsächlich neue Adoption vorantreibt. Er beschreibt Bitcoin als ein generationenübergreifendes Projekt und warnt, dass die Institutionalisierung nur funktioniert, wenn sie an die Teilnahme des Einzelhandels gebunden bleibt.
„At the core of it is because Bitcoin is a movement of young people’s hearts,“ sagte Park. „If young people stop participating, I think the fact that the institutionalization of Wall Street is happening on the back of their investments is also going to come to a halt… If you want Bitcoin to continue to perform, you want to appeal to young participants.“
Er weist auch auf ein weiteres Hindernis hin: Die Diskussion über das Risiko von Bitcoin ist lauter geworden. Park nennt erneute „quantum anxiety“ und interne Streitigkeiten über verschiedene Bitcoin Improvement Proposals als Faktoren, die selbst bei gering wahrscheinlichen existenziellen Risiken kompensiert werden müssen, was bei niedriger Volatilität nicht der Fall ist.
„Gold doesn’t have that,“ sagte er und vergleicht die laufenden Protokoll- und Existenzdebatten von Bitcoin mit der vergleichsweise gefestigten Erzählung von Gold. „You have to be compensated for it… and you are certainly not going to be compensated for quantum risk with Bitcoin vol at 25.“
Trotzdem sieht Park den langfristigen Fall für Bitcoin nicht als gescheitert an. Im Gegenteil, er argumentiert, dass der Vorteil von Bitcoin offensichtlicher wird, wenn man sich auf den praktischen Besitz konzentriert, anstatt auf finanzielle Hüllen. Er beschreibt physisches Gold als operativ schwierig – intransparente Preisgestaltung, logistische Reibungen, Authentizitätsbedenken – und sagt, dass Bitcoin immer noch etwas näher an einem einzigen globalen Clearing-Preis und einfacherer Portabilität bietet.
„Anyone who’s ever tried to buy physical gold knows how annoying that process is,“ sagte er. „The pricing is intransparent. The logistics is unclear and ultimately authenticity too… Bitcoin still has what I call a singularly clearing price for trading.“
Am Ende sagte Park, die Hauptfrage sei, ob Bitcoin die Bedingungen zurückgewinnen könne, die historisch neue Teilnehmer in den Handel gezogen haben, und ob der Markt bereit sei, für das Risiko zu zahlen, das Bitcoin darstellt.
Zum Zeitpunkt der Veröffentlichung lag der Bitcoin-Kurs bei $87.779.

