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Warum Blackrock jetzt auf Lagerhallen setzt

12. Juli 2025, 07:00 Uhr · Quelle: InvestmentWeek
Warum Blackrock jetzt auf Lagerhallen setzt
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Für 7,3 Milliarden US-Dollar übernimmt Blackrock Elmtree Funds – ein Anbieter mit Fokus auf Lager- und Logistikimmobilien, deren Mieter auch für Betriebskosten aufkommen (Net-Lease-Modell).
Blackrock setzt auf den Kauf von Lagerhallen und Logistikimmobilien, um von stabilen Ertragsmodellen zu profitieren. Diese strategische Neuausrichtung könnte den Finanzmarkt nachhaltig verändern.

7,3 Milliarden für Beton und Bilanzen

Keine Wolkenkratzer, keine Landmark-Gebäude, kein Hochglanz. Die 122 Objekte, die Blackrock durch die Übernahme von Elmtree Funds ins Portfolio holt, sind nüchterner kaum denkbar: Lagerhallen, Distributionszentren, Logistikimmobilien in 31 US-Bundesstaaten. Und doch ist dem weltgrößten Vermögensverwalter das Paket stolze 7,3 Milliarden Dollar wert.

Der Deal markiert weit mehr als einen Zukauf. Er ist ein strategisches Signal: Blackrock verschiebt Kapital in einen Bereich, der lange als langweilig galt – und jetzt als stabiler Ertragsanker für institutionelle Anleger neu entdeckt wird.

Was Elmtree anders macht

Elmtree Funds, gegründet 2011 in St. Louis, ist spezialisiert auf sogenannte Net-Lease-Immobilien. Dabei tragen die Mieter nicht nur die Miete, sondern auch Betriebs- und Instandhaltungskosten – ein Modell, das planbare Erträge für Eigentümer verspricht. Vor allem dann, wenn die Mieter – wie im Fall Elmtree – Einzelunternehmen mit langfristigen Verträgen sind.

Hinzu kommt: Elmtree baut auch selbst. Über sogenannte Build-to-Suit-Projekte entstehen Objekte, die exakt auf die Bedürfnisse des Mieters zugeschnitten sind – etwa ein Zentrallager für ein Fortune-500-Unternehmen. Das reduziert Leerstandrisiken und erhöht die Bindung.

Blackrock geht langfristig – aber auch taktisch

Elmtree wird nach Abschluss der Transaktion in die neue Private-Markets-Plattform „Private Financing Solutions“ (PFS) integriert. Die Einheit entstand aus der kürzlichen Übernahme von HPS Investment Partners, einem Schwergewicht im Private-Debt-Geschäft.

Damit verfolgt Blackrock zwei Ziele gleichzeitig: den Ausbau stabiler Cashflows – und die Stärkung der eigenen Alternativplattform gegenüber Konkurrenten wie KKR oder Brookfield.

Elmtree besitzt 122 Immobilien in 31 US-Bundesstaaten – fast ausschließlich zweckmäßige Distributionszentren. Kein Glamour, aber planbare Erträge.

Scott Kapnick, Chairman von PFS, formulierte es so: „Strukturelle Veränderungen im Immobiliensektor eröffnen neue Chancen für privates Kapital.“ Übersetzt heißt das: Banken ziehen sich aus bestimmten Segmenten zurück, Zinsen bleiben strukturell hoch, institutionelles Kapital sucht inflationssichere Erträge. Net-Lease-Modelle passen exakt in dieses Raster.

Ein Milliardenmarkt, der plötzlich sexy ist

Der Net-Lease-Sektor wird auf rund eine Billion US-Dollar taxiert – Tendenz steigend. Grund: Die gestiegene Zinslandschaft verändert die Finanzierungsbedingungen für Eigentümer wie Mieter gleichermaßen.

Unternehmen, die keine Immobilien auf der Bilanz führen wollen, schätzen Net-Lease als risikoarme Lösung. Für Investoren wiederum sind es inflationsgeschützte, planbare Zahlungsströme – gerade in wirtschaftlich unsicheren Zeiten ein rares Gut.

James Koman, Gründer und CEO von Elmtree, bleibt auch unter dem Blackrock-Dach verantwortlich für die Strategie. Für ihn ist die Integration eine Skalierungschance: „Mit Blackrock und HPS an unserer Seite können wir unsere Plattform deutlich ausbauen.“

Ein weiterer Baustein im Private-Markets-Puzzle

Für Blackrock ist die Elmtree-Übernahme der nächste Schritt in einem größeren Umbau: weg von klassischem Asset Management, hin zu einem Alleskönner in den Private Markets.

Im Dezember 2024 übernahm der Konzern HPS für 12 Milliarden Dollar. Kurz darauf folgte der Deal mit Global Infrastructure Partners (GIP) – für 12,5 Milliarden Dollar die größte Übernahme der Unternehmensgeschichte.

Der Konzern verfolgt eine klare Agenda: Private Assets sollen bis 2030 rund 30 Prozent der verwalteten Mittel ausmachen. Schon heute zählt Blackrock zu den größten Akteuren in den Bereichen Infrastruktur, Private Debt und Real Estate. Der Kauf von Elmtree ist in diesem Kontext nicht spektakulär – aber strategisch konsequent.

Warum der Deal mehr ist als nur ein Zukauf

Die Integration von Elmtree ist kein Einzelfall, sondern Teil eines Trends: Der Aufstieg der Alternativen im globalen Kapitalmarktgefüge. Klassische Anlagen – Aktien, Anleihen – verlieren an Bindungskraft. Versicherer, Pensionskassen, Stiftungen und Staatsfonds suchen nach stabilen Realrenditen. Blackrock gibt ihnen, was sie brauchen: Plattformen, Zugang – und Beton.

Dabei bleibt der Konzern seinem Grundprinzip treu: Er verkauft nicht Immobilien. Er verkauft Strukturen. Und das zunehmend auch außerhalb der Börse.

Finanzen / Unternehmen / Investitionen / Immobilien / Blackrock
[InvestmentWeek] · 12.07.2025 · 07:00 Uhr
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