Investmentweek

Warum Anleger jetzt vom Absturz der US-Währung profitieren wollen

05. Juli 2025, 10:00 Uhr · Quelle: InvestmentWeek
Der Dollar hat sein schlechtestes Halbjahr seit 1973 hinter sich. Investoren verlieren das Vertrauen in die USA – politisch wie wirtschaftlich. Die ersten wetten bereits auf den Kursverfall. Für Sparer entstehen ungewohnte Chancen.

Ein Hotelzimmer in Manhattan für 250 Euro – und es könnte noch günstiger werden

Ein kurzer Blick auf den Wechselkurs macht den Dollar-Verfall spürbar: Wer Anfang des Jahres für 300 Dollar in New York übernachtete, zahlte dafür umgerechnet noch knapp 290 Euro.

Inzwischen liegt derselbe Betrag bei etwa 250 Euro – nicht, weil Hotels günstiger geworden wären, sondern weil der Dollar schwächelt. Um mehr als zwölf Prozent fiel er allein gegenüber dem Euro. Und das dürfte erst der Anfang sein.

Ökonomen sehen eine Zeitenwende

Die Zahlen sprechen für sich: Das schlechteste Halbjahr der US-Währung seit über 50 Jahren. Was auffällt – fast alle Analysten sind sich einig: Der Dollar verliert nicht nur kurzfristig an Wert, er verliert an Bedeutung.

George Saravelos von der Deutschen Bank spricht bereits von einem „Käuferstreik“. Ausländische Investoren machen einen Bogen um den US-Markt, nicht weil er unattraktiv geworden ist, sondern weil er unberechenbar geworden ist.

Trumps Kurs macht Anleger nervös

Mit der Rückkehr von Donald Trump ins Weiße Haus hat sich die Unsicherheit nochmals verschärft.

„Seitdem stellen viele Investoren ihr US-Engagement infrage“, sagt Bernd Hartmann, Chefstratege der VP Bank.

Es geht nicht nur um politische Rhetorik. Die Zollpolitik, das hohe Defizit, die Attacken auf die Notenbank – all das untergräbt das Vertrauen. Der Dollar war lange Symbol wirtschaftlicher Stabilität. Diese Rolle beginnt zu bröckeln.

Dollar in der Abwärtsspirale: Allein im ersten Halbjahr 2025 verlor der US-Dollar gegenüber dem Euro über 12 % – der stärkste Rückgang seit dem Ölpreisschock von 1973.

„Big Beautiful Bill“ – und die nächste Schuldenwelle

Ein weiterer Auslöser: Trumps neues Steuersenkungspaket, das mit dem selbstironischen Titel „big beautiful bill“ durchgewunken wurde. Für Ökonomen wie Tilmann Galler von J.P. Morgan ist klar: Das bedeutet noch mehr Schulden.

„Das Haushaltsdefizit wird sich bei rund sieben Prozent der Wirtschaftsleistung einpendeln“, warnt er.

Die Gesamtverschuldung dürfte im kommenden Jahrzehnt um 30 Prozentpunkte steigen. Eine Entwicklung, die auf Dauer kaum ohne Folgen für die Währung bleibt.

Die USA verlieren ihren Bonus

Lange war der Dollar mehr als nur eine Währung. Er war das Rückgrat des globalen Finanzsystems. Angetrieben von Wirtschaftsstärke, militärischer Macht und politischer Stabilität.

Doch dieser Bonus ist dahin. „Der US-Exzeptionalismus schwindet“, sagt Galler. Der Wachstumsvorsprung der USA schrumpft, und die politische Unabhängigkeit von Institutionen wie der Fed gerät ins Wanken.

Als Trump offen drohte, Notenbankchef Jerome Powell abzulösen, war das für viele Investoren ein Warnsignal.

Wo liegt der faire Kurs?

Die Meinungen darüber, wie weit der Dollar fallen könnte, gehen auseinander. Die OECD sieht den fairen Wert bei 1,41 Dollar je Euro. Derzeit liegt der Kurs bei rund 1,17. George Saravelos geht noch weiter.

Er hält einen Eurokurs von 1,60 bis 1,80 für nötig, um die Handelsbilanz der USA zu stabilisieren. Und Ökonom Dieter Wermuth glaubt, dass genau das passieren wird – langsam, aber stetig.

So können Anleger von der Schwäche profitieren

Wer von einem weiteren Dollar-Verfall überzeugt ist, kann daraus Kapital schlagen. Allerdings nicht ganz so einfach wie in der Aufwärtsphase. Ein steigender Dollar lässt sich simpel durch Dollar-Käufe abbilden. Für die Gegenseite braucht es andere Instrumente.

Differenzkontrakte (CFDs) sind eine Möglichkeit – aber riskant und nur außerbörslich handelbar. Sicherer, weil börsengehandelt: Knock-Out-Zertifikate. Sie bieten je nach Ausgestaltung einen kleinen oder großen Hebel auf die Wechselkursbewegung.

Wer sich absichern will, wählt ein Papier mit großer Knock-Out-Distanz. Wer mehr Risiko will, kann mit Hebeln über 30 spekulieren – aber auch alles verlieren.

Beispielrechnungen: So wirken sich Wetten aus

Ein Zertifikat von JP Morgan (WKN 965275) bildet die Euro-Dollar-Bewegung mit einem 1,75er-Hebel ab. Steigt der Euro um ein Prozent, steigt das Zertifikat um 1,75 Prozent – bei moderatem Risiko.

Morgan Stanley bietet hingegen ein Zertifikat (WKN MK9410) mit fast 34-fachem Hebel. Wer hier investiert, muss starke Nerven haben. Seit Ende Juni legte es um fast 40 Prozent zu – doch ein Rücksetzer könnte alles vernichten.

Die Auswahl ist riesig: Hunderte Zertifikate mit verschiedenen Knock-Out-Schwellen, von Parität bis 0,80 Dollar je Euro. Anleger können ihr Risiko damit sehr genau steuern.

Finanzen / Global
[InvestmentWeek] · 05.07.2025 · 10:00 Uhr
[0 Kommentare]
bitcoin, crypto, finance, coin, money, currency, cryptocurrency, blockchain, investment, closeup
Solana (SOL) zeigt Anzeichen von Schwäche, nachdem der Kurs an der Widerstandszone von $92 bis $94 gescheitert ist. Die Aufwärtsdynamik hat sich schnell abgeschwächt, und der Preis nähert sich nun wichtigen Unterstützungsniveaus, während Verkäufer zunehmend die Kontrolle übernehmen. Da SOL zwischen einer schwächelnden Struktur und kritischer […] (00)
vor 1 Stunde
Omid Nouripour (Archiv)
Berlin - Bundestags-Vizepräsident Omid Nouripour (Grüne) fordert eine zentrale Rolle Deutschlands bei der Sicherung einer Friedenslösung in Nahost. "Jetzt gilt es, sich im europäischen Geleit eine eigenständige Rolle zu erarbeiten", sagte der Grünen-Politiker den Zeitungen der Funke-Mediengruppe (Donnerstagausgaben). "Die bisherige Kopf-im-Sand-Haltung […] (00)
vor 47 Minuten
Karol G hat enthüllt, dass ihr geraten wurde, sich nicht gegen die US-Einwanderungsbehörden zu äußern
(BANG) - Karol G hat enthüllt, dass ihr geraten wurde, sich nicht gegen die US-Einwanderungsbehörden zu äußern, da sie sich sonst angeblich Probleme mit ihrem Visum einhandeln könnte. Der kolumbianische Superstar bereitet sich darauf vor, an beiden Sonntagen beim Coachella-Festival in Indio, Kalifornien, als Headliner aufzutreten. Neben ihr gehören auch […] (00)
vor 7 Stunden
Die Apps Instagram, Facebook und WhatsApp auf einem Handy
Ellwangen/Berlin (dpa/tmn) - Nutzerinnen und Nutzer von Facebook und Instagram haben keinen rechtlichen Anspruch darauf, dass ihre personenbezogenen Daten ausschließlich innerhalb Europas gespeichert und verarbeitet werden. Das hat das Landgericht Ellwangen in einem Urteil entschieden (Az.: 3 O 480/24), auf das die Arbeitsgemeinschaft IT-Recht im […] (01)
vor 1 Stunde
Warum Benzin in Deutschland so teuer ist – und wie sich der Preis wirklich zusammensetzt
Wer aktuell an die Tankstelle fährt, kennt das Gefühl: Der Blick auf die Zapfsäule sorgt oft für Stirnrunzeln. Preise von rund zwei Euro pro Liter sind längst keine Seltenheit mehr. Viele fragen sich deshalb völlig zurecht: Warum ist Benzin eigentlich so teuer – und wer verdient daran wirklich? Die Antwort darauf ist deutlich komplexer, als es auf den […] (01)
vor 6 Stunden
«Saturday Night Live»: Prominente Hosts beenden 51. Staffel im Mai
Die Kultshow «Saturday Night Live» setzt zum Staffelfinale mit hochkarätigen Gästen an. Der US-Sender NBC hat die letzten drei Ausgaben der 51. Staffel von Saturday Night Live angekündigt. Im Mai übernehmen gleich mehrere prominente Namen die Moderation der traditionsreichen Sketch-Show – begleitet von bekannten Musik-Acts. Den Auftakt macht am 2. Mai Olivia Rodrigo, die sowohl als Host als […] (00)
vor 1 Stunde
FC Barcelona - Atlético Madrid
Barcelona/Paris (dpa) - Hansi Flick droht mit dem FC Barcelona das Aus in der Champions League, auch der FC Liverpool mit Florian Wirtz steht nach dem nächsten Rückschlag vor dem K.o. im Viertelfinale. Nach langer Unterzahl unterlag Barça im Hinspiel Atlético Madrid mit 0: 2 (0: 1). Liverpool verlor bei Titelverteidiger Paris Saint-Germain ebenfalls mit […] (04)
vor 2 Stunden
ClickRent-Datenleck: 2,5 Millionen Kunden des Autovermieters betroffen
Lahr, 08.04.2026 (lifePR) - Beim spanischen Autovermieter ClickRent ist es offenbar zu einem massiven Datenschutzvorfall gekommen, der für Millionen Kunden erhebliche Folgen haben kann. Nach Berichten spanischer Medien vom 31. März 2026 und 1. April 2026 sollen rund 2,5 Millionen Datensätze betroffen sein; abgeflossen sein sollen unter anderem Ausweisdokumente, […] (00)
vor 8 Stunden
 
Kurszielanpassung und Analystenmeinung Das renommierte Analysehaus Bernstein […] (00)
RBC hebt Kursziel für Shell an Die kanadische Bank RBC hat das Kursziel für die […] (00)
Die wichtigste Entscheidung eines Investors
In seiner wöchentlichen Kolumne analysiert Michael C. Jakob die großen Kräfte hinter […] (00)
Frankfurter Börse
Frankfurt/Main - Am Mittwoch hat der Dax kräftig zugelegt. Zum Xetra-Handelsschluss […] (00)
Eine Zollbeamtin läuft durch ein Paketlager
Berlin/München (dpa/tmn) - Ob Geräte, Elektronik, Kleidung oder Schuhe - manchmal […] (00)
Positive Marktreaktion auf Waffenruhe Die kürzlich erzielte Waffenruhe zwischen den […] (00)
Morbid Metal startet in den Early Access und zeigt, wie stylisches Hack-and-Slash aussehen kann
Wer auf temporeiche Kämpfe, schnittige Spielmechaniken und eine ordentliche Portion […] (00)
«Dark Matter»: Sci-Fi-Hit kehrt im August mit zweiter Staffel zurück
Die gefeierte Apple-Serie setzt ihre Reise durch alternative Realitäten fort und treibt ihre […] (00)
 
 
Suchbegriff