Warnung vor Klimakipppunkten: Dringende Maßnahmen unverzichtbar
Die internationale Klimaforschung schlägt Alarm: Die Erde steht kurz davor, irreversible Kipppunkte zu erreichen. 160 Klimaforscher aus 23 Ländern, darunter Tim Lenton von der Universität Exeter, veröffentlichen den "Global Tipping Points Report" und rufen zu beispiellosen und sofortigen Maßnahmen auf. Kipppunkte stellen Schwellenwerte dar, deren Überschreitung unumkehrbare Veränderungen im Erdsystem auslösen könnte – mit schwerwiegenden Konsequenzen für die Menschheit. Der Bericht identifiziert bereits erreichte Kipppunkte, wie das großflächige Korallensterben, bedingt durch die Überschreitung der kritischen Temperaturschwelle von 1,2 Grad.
Angesichts der aktuellen Erderwärmung von etwa 1,4 Grad sind Warmwasser-Korallenriffe mit nahezu 100-prozentiger Wahrscheinlichkeit verloren, selbst wenn das Ziel von 1,5 Grad erreicht würde. Weitere Bedrohungen betreffen den Amazonas-Regenwald, wo klimabedingte Dürren und Abholzungen eine kritische Schwelle von bald erreichten 1,5 Grad markieren. Zusätzlich besteht die Gefahr, dass die Atlantische Umwälzströmung bei weniger als zwei Grad Erderwärmung kollabiert. Dies könnte Nordwesteuropa von harscheren Wintern heimsuchen und die globale Ernährungssicherheit bedrohen. Trotz der potenziell verheerenden Auswirkungen gibt es auch Fortschritte: Die Nutzung von Solarenergie und der Ausbau von Elektroautos erleben eine „radikale Beschleunigung“.
Solche Fortschritte könnten positive Kipppunkte auslösen, wenn sie weiter intensiviert werden. Lenton fordert dazu auf, diese positiven Kipppunkte insbesondere in den Bereichen Energie, Verkehr und Heizen zu identifizieren und zu nutzen. Nur durch verstärkte Bemühungen kann die drohende Klimakatastrophe abgewendet werden.

