Wall Street vor Ruhepol in Erwartung politischer und geldpolitischer Entwicklungen
Der New Yorker Aktienmarkt zeigt sich zum Wochenstart von einer verhaltenen Stimmung geprägt. Nach den jüngsten Kursrekorden und in Erwartung eines Treffens zwischen US-Präsident Donald Trump und dem ukrainischen Präsidenten Wolodymyr Selenskyj halten sich Anleger mit klaren Positionierungen zurück. Die Woche verspricht zusätzliche Spannung durch das internationale Notenbankentreffen in Jackson Hole, Wyoming.
Der Broker IG prognostizierte den Dow Jones Industrial eine Stunde vor Handelsbeginn nahezu unverändert bei 44.948 Punkten. Bereits am Freitag hatte der Index eine neue Bestmarke erreicht, wenngleich er nur einen kleinen Teil seines Gewinns halten konnte. Auch der S&P 500 schloss mit moderaten Verlusten, während der Nasdaq 100 um 0,3 Prozent niedriger bei 23.676 Punkten erwartet wird, nachdem er ebenfalls Verluste hinnehmen musste.
Präsident Selenskyj ist in Begleitung europäischer Regierungschefs in Washington, um mit Präsident Trump über Lösungen für den russischen Angriffskrieg zu sprechen. Zuvor traf Trump Kremlchef Wladimir Putin in Alaska, jedoch ohne klare Fortschritte in Richtung eines Kriegsendes. Die Meinungen darüber, wer den Frieden letztlich herbeiführen könnte, gehen derzeit weit auseinander.
Das dreitägige Notenbanktreffen in Jackson Hole beginnt am Donnerstag, wobei die Rede von US-Notenbankchef Jerome Powell im Fokus steht, die Hinweise auf die künftige Geldpolitik geben dürfte. Viele Marktanalysten gehen von einer möglichen Zinssenkung um 0,25 Prozentpunkte bei der nächsten Sitzung Mitte September aus. Eine drastischere Lockerung der Geldpolitik, wie sie von Trump lange gefordert wurde, erscheint jedoch unwahrscheinlich.
Von konjunktureller Seite gibt es am Montag wenig Neues zu berichten. Kurz nach Handelsbeginn werden Daten zum US-Wohnungsmarkt erwartet. Unternehmensseitig erregte Dayforce mit einer Kurssteigerung von fast 25 Prozent auf 65,75 US-Dollar Aufsehen, nachdem bekannt wurde, dass die Beteiligungsgesellschaft Thoma Bravo Interesse an einer Übernahme der Personalsoftware-Plattform zeigt.
Bei Eli Lilly war die Reaktion der Anleger verhalten, trotz eines jüngsten Aufwärtstrends und der Nachricht über eine neue US-Zulassung für den Gewichtssenker Wegovy des dänischen Konkurrenten Novo Nordisk, dessen Aktienkurs in Kopenhagen deutlich zulegen konnte.
Nach Börsenschluss wird der Quartalsbericht von Palo Alto Networks erwartet, der weitere Impulse für den IT-Sicherheitssektor liefern könnte.

