Wachstumsbremse: Deutscher Luftverkehr bleibt hinter Europa zurück
Der Luftverkehr in Deutschland entwickelt sich im kommenden Winterflugplan langsamer als in anderen europäischen Ländern. Laut dem Bundesverband der deutschen Luftverkehrswirtschaft (BDL) steigt hierzulande das Sitzplatzangebot im Vergleich zum Vorjahr um moderate 6 Prozent, was weiterhin 87 Prozent des Volumens von 2019 entspricht. Der Winterflugplan startet am 26. Oktober und läuft bis Ende März 2026. Der restliche europäische Markt zeigt sich agiler mit einem Zuwachs von 7 Prozent und erreicht damit sogar 113 Prozent des Vorkrisen-Niveaus. "Europa erlebt momentan einen Rekord-Boom bei Fluganfragen, doch Deutschland wird aufgrund immer höherer Steuern und Gebühren zunehmend umflogen", erklärt BDL-Hauptgeschäftsführer Joachim Lang. Die deutschen Standortkosten, insbesondere durch Gebühren für Flugsicherung und Luftsicherheit sowie die Luftverkehrssteuer, sind laut BDL seit 2019 drastisch gestiegen und gehören zu den höchsten auf dem gesamten Kontinent.
Dies führt dazu, dass Airlines ihren Flottenverstärkungen vermehrt an günstigeren Standorten vornehmen. Der innerdeutsche Flugverkehr sowie Direktverbindungen von kleineren und mittleren Flughäfen ins europäische Ausland leiden besonders unter dieser Entwicklung. Um den Abwärtstrend zu stoppen, fordern Airlines und Flughäfen eine Reduzierung der Luftverkehrssteuer und den Verzicht auf weitere Gebührenerhöhungen. Trotz der im Koalitionsvertrag versprochenen Entlastungen bleibt die deutsche Bundesregierung allerdings für den Haushalt 2026 untätig. Im Gegenteil, es drohen laut BDL sogar zusätzliche Gebührensteigerungen bei der Flugsicherung und den Passagierkontrollen.

