Wachsender Appetit auf Bio-Lebensmittel trifft auf stagnierende Anbaufläche
Die Nachfrage nach Bio-Lebensmitteln erlebt in Deutschland einen erfreulichen Aufwärtstrend. Im Gegensatz dazu verharrt die Ausweitung der Anbauflächen auf einem moderaten Niveau. Diese Diskrepanz kommentiert Tina Andres, Vorsitzende des Bunds Ökologische Lebensmittelwirtschaft (BÖLW), als bedauerlich. Anlass ihrer Äußerungen ist die bevorstehende Messe Biofach in Nürnberg, eine renommierte Veranstaltung für Bio-Lebensmittel und Naturkosmetik, die Interessierten auf internationaler Ebene Einblicke in die neuesten Entwicklungen der Branche geben wird.
Laut BÖLW konnte der Umsatz mit Bio-Lebensmitteln in Deutschland im vergangenen Jahr erneut zulegen, was den positiven Trend des Vorjahres fortsetzt. Genauere Zahlen dazu sollen zum Auftakt der Messe in Nürnberg veröffentlicht werden. Krankte die Bio-Branche in der Vergangenheit noch an zu geringem Regalplatz beim Handel, sind Bioprodukte inzwischen stärker vertreten. Trotzdem betont Andres, dass speziell in bestimmten Produktgruppen wie Kaffee und Schokolade noch Raum für mehr Vielfalt besteht, da die Nachfrage deutlich vorhanden sei.
Eine Herausforderung bleibt jedoch die Verfügbarkeit heimischer Erzeugnisse, die angesichts des wachsenden Bedarfs teilweise nicht genügt. Dies führt dazu, dass auch alltägliche Gemüse wie Möhren und Zwiebeln, sowie Rohstoffe wie Milch und Fleisch, häufiger importiert werden müssen. Andres beurteilt dies als verpasste Gelegenheit für Deutschland, die Umstellung auf eine nachhaltigere Landwirtschaft zu beschleunigen. Die Bio-Lebensmittelwirtschaft, mit rund 400.000 Arbeitsplätzen ein bedeutender Faktor, könnte so die heimische Landwirtschaft stärken und Sicherheit in den Lieferketten garantieren.

