Wachsende Sorgen um Vogelgrippe: Geflügelhalter fordern rasches Handeln
Die erneute Ausbreitung der Vogelgrippe gibt Anlass zur Sorge und drängt Geflügelhalter dazu, verstärkt auf Schutzmaßnahmen zu pochen. Georg Heitlinger vom baden-württembergischen Landesverband der Geflügelwirtschaft fordert ein bundesweites Aufstallungsgebot, um die Verbreitung der Seuche einzudämmen. Besonders im Herbst, mit dem Beginn des Vogelzugs, gewinnt das Thema an Brisanz.
Hierbei zeigt sich, dass das Friedrich-Loeffler-Institut (FLI) die Risikoeinschätzung auf hoch angehoben hat. In diesem Herbst mussten bereits über 200.000 Nutzgeflügel, wie Hühner und Enten, gekeult werden, um den Seuchenzug unter Kontrolle zu bringen. Diese Vorsichtsmaßnahme ist nicht neu. Vor vier Jahren mussten mehr als zwei Millionen Tiere gekeult werden, um eine weitere Verbreitung zu vermeiden.
Das Bundeslandwirtschaftsministerium reagiert auf die wirtschaftlichen Folgen der Seuche mit dem Antrag, die Entschädigungsobergrenze deutlich zu erhöhen. Derzeit liegt diese bei 50 Euro pro Tier, soll aber auf bis zu 110 Euro angehoben werden. Dies soll die Verluste der betroffenen Geflügelhalter geringer ausfallen lassen, obwohl der Handel oft höhere Preise vorsieht.
Umweltpolitische Stimmen, wie die der Grünen im Bundestag, kritisieren die Massentierhaltung als Risikoquelle für solche Seuchenzüge. Sie plädieren dafür, die Haltungsbedingungen von Nutztieren grundsätzlich zu verbessern. Unterdessen unterstützen sie die koordinierten Anstrengungen von Bund und Ländern, die Seuche unter Kontrolle zu bringen.
Die neuesten Meldungen aus Brandenburg zeigen, dass etwa 1.200 Kraniche den Folgen des Virus erlagen. Diese traurige Bilanz macht die psychologische wie physische Belastung für die Helfer vor Ort nur allzu deutlich.

