Wachsende Militärallianz: Lawrows Besuch in Nordkorea beleuchtet neue Dimensionen
Ein rapides Umschwenken im geopolitischen Ringen des 21. Jahrhunderts: Der russische Außenminister Sergej Lawrow unterstrich während seines Aufenthalts in Nordkorea jüngst die intensivierten militärischen Beziehungen zwischen Moskau und Pjöngjang. Nach einem Treffen mit seiner nordkoreanischen Amtskollegin Choe Son Hui betonte er die unerschütterliche Unterstützung Nordkoreas für die russische Militärstrategie in der Ukraine.
Die Szenerie des Treffens in der Küstenstadt Wonsan erhält durch Berichte über mögliche Entsendungen nordkoreanischer Truppen nach Russland zusätzliche Brisanz. Diese Entwicklungen verdeutlichen die Verstrickung Nordkoreas in den Konflikt, welche bereits durch Waffenlieferungen an Russland offenbar wurde.
Gemäß Einschätzungen des ukrainischen Geheimdienstes sorgten etwa 14.000 nordkoreanische Soldaten im vergangenen Jahr in der Region Kursk für militärische Verstärkung. Der bislang von Nordkorea lange Zeit unbestätigte Einsatz wurde schließlich im Frühling durch die staatliche Nachrichtenagentur KCNA offengelegt.
KCTV, das nordkoreanische Staatsfernsehen, zeigte bewegende Bilder des Machthabers Kim Jong Un, der kriegsgefallene Soldaten ehrte. Lawrow kündigte an, zu Ehren der soldatischen Einsätze Nordkoreas ein Denkmal in Kursk zu errichten.
Für Spekulationen in Medien und nachrichtendienstliche Berichterstattung sorgt nun die Möglichkeit einer neuen Beteiligung von bis zu 30.000 nordkoreanischen Truppen, die auf ukrainischem Territorium operieren könnten. Ein solches Szenario würde die Frage aufwerfen, wie tragfähig die bisherige Allianz unter dem Mantel internationaler Vereinbarungen bleibt und ob sie sich einer Neuinterpretation stellen muss.

