VW und Traton: Ein Tag zwischen Tiefschlag und Erholung
Die Aktien von Traton, der Nutzfahrzeugholding von Volkswagen, erlebten einen turbulenten Freitag. Nachdem der Jahresausblick gesenkt wurde, stürzten die Papiere im morgendlichen Handel zunächst um bis zu elf Prozent ab und markierten damit den tiefsten Stand seit einer Woche. Doch die von Volkswagen angeführte Erholung in der Branche half den Titeln, einen Großteil der Verluste wieder aufzuholen.
Am Ende des Vormittags notierten die Traton-Aktien noch mit einem Verlust von knapp drei Prozent und einem Kurs von 32,06 Euro. Im MDax zählten sie damit zu den schwächeren Werten, während der Index selbst 0,8 Prozent einbüßte. Die Herausforderungen für Traton resultieren vor allem aus dem schwachen Nutzfahrzeugmarkt in den USA, was auch dazu führte, dass die neuen Jahresziele unter den Erwartungen liegen.
JPMorgan-Analyst Jose Asumendi prognostiziert eine Senkung des Konsenses für das bereinigte operative Ergebnis um mehr als fünf Prozent. Der Volkswagen-Konzern teilte unterdessen mit, dass ein deutlicher Rückgang der Gewinne im Tagesgeschäft für die Marken Porsche und Audi, hohe Umbaukosten und das Abschneiden in China das zweite Quartal belasteten. Darüber hinaus führten erhöhte US-Zölle zur Anpassung der Jahresziele.
Trotz eines anfänglichen Rückgangs der VW-Vorzugsaktien um bis zu drei Prozent, erholten sich diese deutlich. Mit einem Kursanstieg von 3,6 Prozent setzten sie sich schließlich an die Spitze des Dax. Die Analysten fällten insgesamt ein milderes Urteil für VW als für Traton. Laut JPMorgan-Experte Asumendi schnitt Volkswagen im zweiten Quartal solide ab.
Die Ausführungen aus der Telefonkonferenz mit dem Finanzchef, der versicherte, dass die neue Prognose trotz der Traton-Warnung erreichbar sei, kamen bei den Anlegern positiv an. Die technische Analyse gab dem VW-Kurs ebenfalls Rückenwind. Der Kursrutsch stoppte knapp über der 200-Tage-Durchschnittslinie, die lange Zeit stabil blieb und somit den langfristigen Trend markiert. Diese Linie diente in der Wochenmitte als entscheidende Unterstützung.
Der europäische Automobilsektor profitierte darüber hinaus vom jüngsten Zoll-Abkommen zwischen den USA und Japan, was Hoffnungen für vergleichbare erfolgreiche Verhandlungen mit der EU weckte. Die Zuversicht kehrte am Freitag rasch zurück und Anleger nutzten die günstigen Einstiegsmöglichkeiten im Automobilsektor, was dem europäischen Branchensegment zu einem Zuwachs von einem Prozent verhalf.

