VW setzt auf Elektro-Offensive in China: Strategie "In China, for China"
Volkswagen plant eine beispiellose Modelloffensive, um in China den Rückstand aufzuholen und den Umsatz zu steigern. Der angeschlagene Autokonzern hat angekündigt, in diesem Jahr 20 neue Elektrofahrzeuge auf den Markt zu bringen. Ralf Brandstätter, der Leiter der China-Geschäfte bei VW, betont, dass es sich um die größte Modelloffensive in der Geschichte des Unternehmens handelt. Ziel ist es, den dritten Platz bei den Zulassungen in China zu verteidigen und vor allem im Bereich der Elektromobilität aufzuholen.
Der Absatz von VW auf dem wichtigsten Markt China sank im vergangenen Jahr um acht Prozent auf weniger als 2,7 Millionen Fahrzeuge. Dabei fiel das Unternehmen, das einst als Marktführer galt, hinter den Elektroautobauer BYD und die Volvo-Mutter Geely zurück. Ralf Brandstätter unterstreicht, dass VW weiter unter den Top 3 in China verbleiben will, und sogar Nummer eins unter den internationalen Herstellern werden möchte.
Innovation spielt eine zentrale Rolle in VWs neuer Strategie "In China, for China". Das erste neue Modell, der VW ID.Unyx 07, wurde in China entwickelt und ist bereits in Produktion gegangen. Insgesamt sind in diesem Jahr 20 neue Modelle geplant. Konzernchef Oliver Blume bezeichnet das Vorhaben als wichtigen Meilenstein, denn es geht nicht mehr nur um die Produktion, sondern um die Entwicklung kompletter Fahrzeuge direkt vor Ort. Dies eröffnet zudem neue Exportmöglichkeiten, etwa nach Nahost, Usbekistan, Kasachstan und möglicherweise nach Südamerika und Afrika.
In China selbst erwartet VW ab dem nächsten Jahr erste Erfolge der neuen Modelle. Bis 2027 soll die Modelloffensive ihre volle Wirkung entfalten. Der harte Wettbewerb im Bereich der Elektrofahrzeuge, in dem einheimische Hersteller wie BYD dominieren, bietet sowohl Herausforderungen als auch Chancen für VW. Brandstätter sieht infolge des Preiskriegs keine weiteren Preisrückgänge, erwartet jedoch auch keine Preissteigerungen.
VW hat seine Kostenstrukturen angepasst, um in diesem Umfeld erfolgreich zu bleiben. Neue Plattformen und Architekturen sollen die Produktionskosten erheblich senken. Laut Oliver Blume ist China zentral für die Transformation der Automobilbranche. Nur wer in China erfolgreich ist, hat auch global Aussicht auf Erfolg.

