Vorboten eines kalten Winters: Heizkosten in Deutschland steigen weiter
Die Deutschen müssen sich auf steigende Heizkosten einstellen. Laut einer Prognose der Beratungsgesellschaft co2online wird das Heizen im Jahr 2025 teurer, was sich besonders bei gasbeheizten Wohnungen bemerkbar macht. Für eine typische 70 Quadratmeter große Wohnung in einem Mehrfamilienhaus dürften die Kosten um rund 15 Prozent auf etwa 1.180 Euro ansteigen. Eine Entwicklung, die vor allem jene Haushalte betrifft, die mit Erdgas heizen – und das sind immerhin 56 Prozent, wie der Energiewirtschaftsverband BDEW berichtet.
Auch Heizmethoden wie Fernwärme, Heizöl, Holzpellets und Wärmepumpen verzeichnen höhere Kosten: Die Fernwärme klettert um zwei Prozent auf 1.245 Euro, Heizöl um drei Prozent auf 1.055 Euro, und die Nutzung von Holzpellets wird sogar um 20 Prozent teurer. Die gestiegenen Energiepreise und ein kalter Winter zu Jahresbeginn werden als Hauptgründe genannt.
Trotz der schlechten Nachrichten könnten Haushalte bis zu 400 Euro im Jahr an Heizkosten sparen, erklärt co2online. Schon durch Basistechniken wie die richtige Einstellung der Raumtemperatur, korrektes Stoßlüften und reduzierten Warmwasserverbrauch können merkliche Einsparungen erzielt werden. Technische Eingriffe wie ein hydraulischer Abgleich oder die Dämmung von Heizungsrohren versprechen zusätzliche Vorteile. Größere Investitionen wie der Fensteraustausch oder die Dämmung der Gebäudehülle bieten das höchste Einsparpotenzial.
Melanie Weber-Moritz, Präsidentin des Deutschen Mieterbundes, mahnt zu mieterfreundlichen Investitionen und weist darauf hin, dass vor allem ältere Gebäude mit hohen Energiekosten belastet sind. Unter sozialen Gesichtspunkten müsse die Politik geeignete Rahmenbedingungen schaffen.
Ines Schwerdtner von der Linken fordert, Übergewinne privater Energieunternehmen abzuschöpfen und plädiert für eine öffentliche Energieversorgung. Der Beratungsbericht prognostiziert, dass die Heizkosten in den nächsten Jahren weiter steigen werden. Besonders betroffen: Gas und Öl, die in 20 Jahren etwa dreimal so viel kosten könnten. Im Gegensatz dazu entwickelte sich die Wärmepumpentechnik günstiger, was auch auf bessere politische Rahmenbedingungen und eine stärkere Nutzung erneuerbarer Energien zurückzuführen ist.
Die Verbraucherzentrale hat unterdessen eine Initiative zum Heizungstausch gestartet. Mit dem Slogan "Heizung raus - Zukunft rein!" sollen Vermieter und Hauseigentümer für die Modernisierung ihrer Heizsysteme gewonnen werden, um sowohl Umwelt als auch Geldbeutel zu schonen.

