Vom Schalter zum Automaten: Die Transformation der Postfilialen
Die Bundesnetzagentur hat den Weg für eine innovative Umstrukturierung der deutschen Postfilialen geebnet. Mit der Zulassung von 72 Automaten als offizielle Postfilialen entfällt in diesen Standorten die Notwendigkeit eines bedienten Schalters. Diese Transformation könnte nur der Anfang einer viel weiter reichenden Entwicklung sein, denn die Behörde prüft derzeit 553 weitere Anträge solcher Automatenfilialen – und die meisten davon könnten grünes Licht erhalten.
Sollte die Bundesnetzagentur allen Anträgen zustimmen, würde damit jede zwanzigste Postfiliale in Deutschland durch einen Automaten ersetzt. Bislang betreibt die Post etwa 12.600 Filialen, die häufig in Supermärkten oder Kiosken mit integriertem Post-Schalter untergebracht sind.
Diese Neuerung resultiert aus einer gesetzlichen Änderung, die es der Post seit Jahresbeginn erlaubt, für die Sicherstellung eines flächendeckenden Filialnetzes auf Automaten zurückzugreifen. Voraussetzung hierfür ist die Zustimmung der Bundesnetzagentur, die ihre Entscheidungen in Abstimmung mit den jeweiligen Kommunen trifft.
Die Automatenfilialen – auch als Poststationen bekannt – bieten umfassenden Service rund um die Uhr. Nutzer können hier Pakete abholen oder abgeben, Briefmarken erwerben, Briefe einwerfen und eine Videoberatung in Anspruch nehmen. Meist finden sich diese automatisierten Filialen in ländlichen Gebieten oder am Rande der Städte.
Zwar ist die Post in größeren Dörfern und Städten nach wie vor auf Filialen angewiesen, doch der Strukturwandel erschwert dies zunehmend, insbesondere in ländlichen Regionen. Wenn in einem Dorf der letzte Laden schließt, verliert die Post oft ihren Partner für den Betrieb eines Postschalters. Ende September hatte die Post in Deutschland insgesamt in 160 Ortschaften keine Filiale, obwohl sie dort eigentlich dazu verpflichtet wäre. Für die Hälfte dieser Standorte hat das Unternehmen jedoch bereits zeitnahe Lösungen in Aussicht gestellt.

