Vitalik Buterin: Ethereums Komplexität gefährdet seine langfristige Zukunft

Vitalik Buterin hat davor gewarnt, dass die zunehmende Komplexität von Ethereum ein Risiko für seine Zukunft über die nächsten 100 Jahre darstellt. Er schlägt eine Lösung vor, die eine explizite „Garbage Collection“-Herangehensweise bei der Protokollentwicklung erfordert, wobei Einfachheit über die Einführung neuer Funktionen gestellt wird.
Bedenken über Ethereum-„Bloat“
In seinen neuesten Beiträgen auf sozialen Medien diskutiert der Ethereum-Mitbegründer, wie übermäßige „Bloat“ die Sicherheit und Dezentralisierung des Netzwerks sowie seine Fähigkeit, „vertrauenslos“ zu bleiben, untergräbt.
“An important, and perennially underrated, aspect of ‘trustlessness’, ‘passing the walkaway test’ and ‘self-sovereignty’ is protocol simplicity,” schrieb er.
Sein Argument basiert auf der Idee, dass selbst wenn Ethereum hochgradig dezentralisiert und widerstandsfähig ist, es dennoch fehlerhaft sein kann, wenn es aus Hunderttausenden von Codezeilen und mehreren Arten komplexer Kryptografie besteht. Ein solches System besteht die Tests von Vertrauenslosigkeit, Walkaway und Selbstsouveränität nicht, da die Nutzer auf eine kleine Gruppe von Experten angewiesen sind, um zu verstehen, wie es funktioniert. Neue Teams würden Schwierigkeiten haben, das gleiche Qualitätsniveau zu erreichen, wenn die aktuellen Teams aufhören würden, es zu warten. Und wenn selbst Experten das Protokoll nicht inspizieren und verstehen können, können die Nutzer es nicht wirklich besitzen.
Ein weiteres Problem ist, dass Ethereum weniger sicher wird, je mehr es wächst, da jeder Teil des Systems das Risiko birgt, zu versagen, insbesondere wenn Teile auf komplizierte Weise interagieren.
Buterin rät Entwicklern auch davon ab, allzu eifrig neue Funktionen für spezifische Bedürfnisse hinzuzufügen. Obwohl er anerkennt, dass sie kurzfristig Funktionalität bieten können, glaubt er, dass sie letztlich die langfristige Selbstsouveränität und das Ziel, ein dezentrales System zu schaffen, das hundert Jahre hält, beeinträchtigen.
Er weist auch darauf hin, dass das Hauptproblem darin besteht, wie Ethereum-Upgrades bewertet werden. Wenn Änderungen danach beurteilt werden, wie groß sie im Verhältnis zum bestehenden System sind, fördert die Rückwärtskompatibilität, dass Entwickler mehr Eigenschaften hinzufügen, als sie entfernen, was zu Bloat führt.
„Garbage Collection“-Ansatz
Der Ethereum-Mitbegründer schlägt eine Lösung vor, die den Entwicklungsprozess des Netzwerks zu einem „Garbage Collection“-Prozess machen würde. Er beschreibt drei Metriken zur Vereinfachung, darunter die Reduzierung der gesamten Codezeilen auf eine einzige Seite. Eine weitere ist das Vermeiden unnötiger Abhängigkeiten von komplexen Teilen, wie mehreren kryptografischen Systemen, und das Hinzufügen weiterer Invarianten, auf die sich Ethereum verlassen kann, wie EIP-6780-Grenzen für Änderungen von Speicherplätzen und EIP-7825s maximale Kosten für die Verarbeitung einer Transaktion.
Buterin ist auch der Meinung, dass Garbage Collection in kleinen Schritten erreicht werden kann, wie durch die Straffung bestehender Funktionen, oder durch groß angelegte Änderungen wie den Wechsel von Proof of Work zu Proof of Stake. Er schlägt auch eine „Rosetta-Style-Rückwärtskompatibilität“ vor, bei der schwierige, aber selten genutzte Teile verfügbar bleiben, jedoch aus dem obligatorischen Protokoll entfernt und als Smart Contracts implementiert werden.

