Virtuelle Beziehungen: Die Risiken emotionaler Bindungen zu KI
Der renommierte Cyberkriminologe Thomas-Gabriel Rüdiger hat in Bezug auf die wachsende Rolle von Künstlicher Intelligenz in unserem Alltag ernsthafte Warnungen ausgesprochen. Insbesondere sieht er Gefahren in der emotionalen Abhängigkeit sowie in der kriminellen Manipulation durch solche Technologien. Anlässlich des Safer Internet Days hat Rüdiger dazu aufgerufen, die digitale Bildung an Schulen zu erweitern und Aufklärungsvideos für soziale Medien bereitzustellen.
Einer seiner zentralen Kritikpunkte ist, dass junge Menschen und andere Nutzer emotionale Bindungen zu KI-Systemen entwickeln, ohne deren Grenzen wirklich zu verstehen. Laut Rüdiger zeigen Studien, dass viele Jugendliche Künstliche Intelligenz als gleichwertige soziale Partner wahrnehmen. Der weltweite Safer Internet Day, der in diesem Jahr unter dem offenbar treffenden Motto „KI and me. In künstlicher Beziehung“ steht, thematisiert genau diese Problematik.
Rüdiger befürchtet langfristige Konsequenzen: Die sozialen Kompetenzen könnten vernachlässigt werden, und zudem besteht die Gefahr, dass von der KI rechtlich oder moralisch zweifelhafte Ratschläge erteilt werden. Dies könne im schlimmsten Fall bis zu kriminellen Handlungsempfehlungen reichen. Besondere Sorge bereite ihm auch die Möglichkeit, dass Künstliche Intelligenz gezielt von Straftätern genutzt werden könnte.
Zuletzt wurde Rüdiger von der Bundesregierung in die neu geschaffene Expertenkommission „Kinder- und Jugendschutz in der digitalen Welt“ berufen. Als Leiter des Instituts für Cyberkriminologie an der Hochschule der Polizei des Landes Brandenburg ist er prädestiniert, diese wichtigen Themen weiter zu untersuchen.

