Vietnam: Aufstieg zum Technologie-Hub dank strategischer Partnerschaften und Reformen
Der vietnamesische Premierminister Pham Minh Chinh zeigte sich zuversichtlich, dass sein Land bereit sei, die Beziehungen zu den USA unter der neuen Präsidentschaft von Donald Trump anzugehen. Beim Weltwirtschaftsforum in Davos berichtete Chinh, dass der Generalsekretär der Kommunistischen Partei, To Lam, jüngst ein Telefongespräch mit Trump geführt habe und erste Schritte zur Zusammenarbeit mit dessen Regierung unternommen wurden.
Vietnam strebt in diesem Jahr ein ehrgeiziges Wachstumsziel von mindestens 8% an. Dabei stellt der wachsende Handelsüberschuss mit den USA eine Herausforderung dar, da Schutzmaßnahmen drohen, die die wirtschaftlichen Beziehungen belasten könnten. Um das Handelsungleichgewicht auszugleichen, plant Vietnam den Kauf von Flugzeugen von Boeing und weiteren US-amerikanischen High-Tech-Gütern.
Chinh gelang es, mit einem humorvollen Hinweis auf seine Bereitschaft, Golf zu spielen, um diplomatische Brücken zu bauen, die Zuhörer in Davos zum Schmunzeln zu bringen. Auf die Frage, ob er Trump in dessen privatem Club in Florida treffen würde, erklärte er, dass er bereit sei, für das Wohl seines Landes jeden Tag Golf zu spielen.
Vietnam erlebte im letzten Jahr ein beeindruckendes Wirtschaftswachstum von 7,09%, getrieben durch starke Exporte, widerstandsfähige Auslandsinvestitionen und eine robuste Fertigungsindustrie. Das Ziel der Nationalversammlung liegt bei einem Wachstum von 6,5% bis 7% in diesem Jahr. Chinh erklärte, dass 2025 das Jahr der Beschleunigung sein solle, um das Wachstumsziel von etwa 8% zu erreichen.
Einen bedeutenden Wandel erfährt Vietnam durch umfassende politische Reformen, die die Regierung um etwa 20% verkleinern und Bürokratie abbauen sollen. Nach dem plötzlichen Führungswechsel durch den Tod des langjährigen Generalsekretärs der Kommunistischen Partei beabsichtigt Vietnam auch, die Entwicklung im Bereich der künstlichen Intelligenz voranzutreiben und eine nationale Datenbank aufzubauen.
Vietnam positioniert sich zunehmend als Alternative zu China im Bereich der Technologiefertigung. Hierzu gehört auch die Ansiedlung von Unternehmen wie Intel, Apple-Zulieferern und Samsung. Letzteres plant Investitionen in ein zweites Forschungs- und Entwicklungszentrum in Hanoi. Zudem arbeitet Nvidia mit Vietnam zusammen, um Forschungs- und Entwicklungszentren im Land zu etablieren.
Der Ausbau der KI-Entwicklung wird durch gezielte Investitionen und Infrastrukturverbesserungen vorangetrieben. Bis 2030 sollen drei große Daten- und KI-Zentren errichtet werden, um die Wirtschaft weiter zu stärken. Das langfristige Ziel besteht darin, bis 2045 ein entwickeltes Land mit hohem Einkommen zu werden.

