Verzögerungen bei der Modernisierung von Hochschulgebäuden erwartet
Die Hochschulen in Deutschland müssen sich weiterhin in Geduld üben, was die geplante Schnellbauinitiative zur Modernisierung ihrer Infrastruktur betrifft. Bundesforschungsministerin Dorothee Bär machte klar, dass es momentan kein konkretes Datum für den Beginn dieser Maßnahmen gibt.
Vor einem Treffen der Gemeinsamen Wissenschaftskonferenz (GWK) unterstrich sie dennoch die moralische Verpflichtung des Projekts: Um die besten internationalen Talente nach Deutschland zu holen, dürften Wissenschaftler nicht in veraltete Einrichtungen arbeiten müssen – das gelte ebenso für einheimische Forscher.
Bär deutete jedoch an, dass nicht alle Minister die Dringlichkeit der Initiative teilen. Obwohl die bauliche Modernisierung der Hochschulen und Uni-Kliniken im Koalitionsvertrag zwischen Union und SPD festgehalten wurde, seien noch nicht alle Mitglieder des Kabinetts davon überzeugt.
Das Programm zielt darauf ab, Gebäude nicht nur zu modernisieren, sondern sie auch energetisch zu sanieren und digital zu verbessern. Niedersachsens Wissenschaftsminister und GWK-Vorsitzender Falko Mohrs nannte die Modernisierung eine zentrale Herausforderung für die Länder. Es besteht ein enormer Sanierungsbedarf, da viele Hochschulgebäude aus den 1960er und 1970er Jahren stammen und die baulichen Defizite an vielen Orten bereits dramatische Ausmaße angenommen haben.

