Verunsicherung an den Märkten: Politische Turbulenzen und Zolldrohungen belasten europäische Börsen
Am Dienstag meiden Investoren französische Aktien, betroffen von politischer Ungewissheit, während die Pariser Börse den gesamten europäischen Aktienmarkt unter Druck setzt. Zusätzliche Unsicherheit entsteht durch Bedenken hinsichtlich der Unabhängigkeit der US-Notenbank Fed und neuer Zolldrohungen der US-Regierung gegen China. Diese Gemengelage, zusammen mit der Veröffentlichung der Quartalszahlen des KI-Chip-Giganten Nvidia, sorgt für Zurückhaltung bei Anlegern.
Der EuroStoxx 50, das Leitbarometer der Eurozone, rutschte am Vormittag um 0,77 Prozent auf 5.402 Punkte ab und verschärfte damit das Minus vom Vortag. Besonders starke Verluste verbuchte der französische Leitindex CAC 40 mit einem Rückgang von 1,7 Prozent auf 7.708 Punkte.
Im Fokus der Unsicherheiten steht Frankreich, wo Premier François Bayrou die Vertrauensfrage bezüglich des Sparhaushalts stellt und das Parlament in Kürze abstimmen wird. Ökonomen warnen vor wirtschaftlichem Schaden im Falle eines Regierungssturzes.
Unterdessen verbuchte der Schweizer SMI außerhalb der Eurozone leichte Verluste bei 12.194 Punkten, während der britische FTSE 100 nach einem Feiertag um 0,5 Prozent auf 9.274 Zähler nachgab, obwohl er zuvor ein Rekordhoch erreicht hatte.
Anleger sind zunehmend besorgt über Personalentscheidungen der Fed, nachdem US-Präsident Donald Trump die Fed-Gouverneurin Lisa Cook entlassen hat. Cook wehrt sich gegen diese Entscheidung und betont, dass keine rechtlichen Grundlagen für ihre Entlassung existieren.
Trump drohte zudem China mit Strafzöllen von bis zu 200 Prozent wegen mangelnder Lieferungen von Magneten aus seltenen Erden. Diese Zollthematik, gekoppelt mit der Möglichkeit einer US-Leitzinssenkung im September, verunsichert die Märkte zusätzlich.
In der Eurozone fielen französische Aktien deutlich zurück, besonders Banken wie BNP Paribas, die um über 5 Prozent verloren. Der Bausektor setzt seinen Schwächekurs fort, Vinci verbucht fast 6 Prozent Verlust. In London verzeichnete British American Tobacco einen Rückgang von 1,3 Prozent, während Bunzl nach erfreulichen Halbjahreszahlen um 5,3 Prozent zulegte.

