Vermögensteuer vor Comeback? DIW-Studie mahnt zur Vorsicht
Eine potenzielle Rückkehr der Vermögensteuer verleiht der politischen Debatte in Deutschland neuen Schwung. Das Deutsche Institut für Wirtschaftsforschung (DIW) hat im Auftrag der Linken eine Studie veröffentlicht, die mögliche mit der Wiedereinführung einhergehende Chancen und Risiken sorgfältig abwägt.
Einnahmen von beeindruckenden 147 Milliarden Euro jährlich könnten die Staatskassen aufbessern, sofern sich das Steuerkonzept der Linken durchsetzt. Betroffen wäre laut Berechnung fast ausschließlich das reichste Prozent der Bevölkerung, welches über ein Vermögen von mindestens 2,3 Millionen Euro verfügt.
Doch die Studie warnt: Neben den potenziellen Einnahmen gibt es auch erhebliche Risiken. Studienautor Stefan Bach hebt hervor, dass hohe Steuern zu Investitionszurückhaltung führen könnten. Reiche Deutsche könnten ihren Wohnsitz ins Ausland verlegen oder durch kreative Steuerlösungen Schlupflöcher nutzen. Besonders drastische Steuersätze für Milliardäre könnten sich als kontraproduktiv erweisen.
Vor dem Hintergrund der schwächelnden Konjunktur und der Herausforderungen des deutschen Exportmodels empfiehlt das DIW eine vorsichtige Herangehensweise. Eine stufenweise und international abgestimmte Einführung der Steuer könnte helfen, die befürchteten negativen Auswirkungen auf Investitionen und Innovationskraft zu minimieren.
Die Vermögensteuer ist seit 1997 ausgesetzt, da das Bundesverfassungsgericht sie für verfassungswidrig erklärte. Nun steht sie dank der Linken wieder zur Diskussion. Ihr Vorschlag sieht Freibeträge von einer Million Euro für Privatvermögen und fünf Millionen Euro für Unternehmensvermögen vor. Ein progressiver Steuertarif soll von einem bis zu fünf Prozent reichen, mit einem Spitzensteuersatz von 12 Prozent für Vermögen ab einer Milliarde Euro.

