Google warnt: Quantencomputer könnten bald Bitcoin angreifen

Neue Forschungsergebnisse deuten darauf hin, dass Quantenangreifer die Bitcoin-Blockchain möglicherweise früher als erwartet knacken und Coins während einer Transaktion stehlen könnten.
Steht Bitcoin vor dem Untergang?
Ein kürzlich veröffentlichtes Whitepaper und ein Blogbeitrag von Googles Quantum AI-Team behaupten, dass die Kryptografie von Bitcoin und Ethereum mit weniger als 500.000 physischen Qubits und etwa 1.200 „logischen“ Qubits gebrochen werden kann. Dies liegt weit unter den bisher angenommenen „Millionen“ von Qubits.
Die meisten Blockchains und Kryptowährungen schützen Wallets und Transaktionen mit 256-Bit elliptischer Kurvenkryptografie (ECDLP-256). Die Forschung zeigt eine signifikante Reduzierung der Ressourcen, die benötigt werden, um ECDLP-256 zu brechen. Der Blogbeitrag erklärt:
We estimate that these circuits can be executed on a superconducting qubit CRQC with fewer than 500,000 physical qubits in a few minutes, given standard assumptions about hardware capabilities that are consistent with some of Google’s flagship quantum processors. This is an approximately 20-fold reduction in the number of physical qubits required to solve ECDLP-256 and a continuation of a long history of gradual optimization in compiling quantum algorithms to fault-tolerant circuits.
Das Whitepaper warnt, dass „kryptografisch relevante Quantencomputer“ eine Bedrohung für weit verbreitete Public-Key-Kryptografie darstellen. Anstatt Wallets direkt anzugreifen, könnte ein Quantenangreifer Bitcoin während einer Transaktion in etwa 9 Minuten stehlen, indem er den kurzzeitig offenbarten öffentlichen Schlüssel nutzt, um den privaten Schlüssel zu berechnen. Dies gibt eine 41%ige Chance, die 10-minütige Blockzeit von Bitcoin zu übertreffen. Ethereum könnte in diesem Zusammenhang weniger anfällig sein, da es Transaktionen schneller bestätigt.
Der Schuldige: Taproot
Diese Ergebnisse werfen ein neues Licht auf Taproot, das 2021-Upgrade von Bitcoin. Obwohl Taproot die Privatsphäre und Effizienz verbessert hat, werden öffentliche Schlüssel nun standardmäßig on-chain offengelegt, was die Schutzschicht älterer Adressformate entfernt. Dadurch sind etwa 6,9 Millionen BTC, einschließlich Satoshi-Ära- und häufig wiederverwendeter Adressen, quantenanfällig.
Ein Quantencomputer nutzt die Regeln der Quantenphysik, um Informationen auf eine Weise zu verarbeiten, die normale Computer nicht können. Anstelle von Bits, die entweder 0 oder 1 sind, verwendet er Qubits, die 0, 1 oder eine Mischung aus beidem gleichzeitig sein können. Dies ermöglicht es der Maschine, viele Möglichkeiten parallel zu erkunden. Für bestimmte mathematische Probleme, wie das Faktorisieren großer Zahlen, könnte ein leistungsstarker Quantencomputer in Minuten lösen, was einem klassischen Supercomputer länger als das Alter des Universums dauern würde.
Was bedeutet das für besorgte Händler?
Obwohl es derzeit noch keine solche Maschine gibt, hat Google Anfang dieses Monats 2029 als internes Ziel für die Post-Quanten-Migration festgelegt, was die wahrgenommene Zeitleiste für den „Q-Tag“ verkürzt. Forscher warnen, dass die Post-Quanten-Migration Jahre dauern wird, selbst wenn die Hardware noch nicht existiert.
Auf der sozialen Plattform X haben einige Nutzer bereits ihre Besorgnis über Quantencomputer geäußert. Nic Carter, Mitbegründer von Coin Metric und Bitcoin-Befürworter, hob ein weiteres Papier hervor, das zeigt, dass Quantencomputer Krypto mit nur 10.000 rekonfigurierbaren atomaren Qubits brechen können.
and the craziest thing is that the Google Quantum AI paper (above) is maybe not even the most concerning quantum paper released _today_https://t.co/mSZi5Lk7do
— nic carter (@nic_carter) March 31, 2026
Etwa ein Drittel des Bitcoin-Angebots wird nun als potenziell quantenanfällig über einen langen Zeitraum modelliert, was die Bewertung alter Coins, die Nutzung von Taproot und die Adress-Wiederverwendung beeinflussen könnte. Händler sollten auf Taproot-Adoptionsmetriken, Fortschritte oder Blockaden bei BIP-360-ähnlichen Upgrades achten und darauf, ob Bitcoin-Entwickler auf einen datierten Migrationsplan hinarbeiten, während Googles 2029-Uhr lauter tickt.

