Vermisster russischer Menschenrechtler ist tot

23. Juli 2009, 15:33 Uhr · Quelle: dpa
Moskau (dpa) - Eine Woche nach der Ermordung der Bürgerrechtlerin Natalja Estemirowa sorgt in Russland der Tod eines weiteren Menschenrechtsaktivisten für Aufsehen.

In der Teilrepublik Karelien an der Grenze zu Finnland wurde der Leiter der örtlichen Organisation «Gerechtigkeit», Andrej Kulagin, tot aufgefunden. Kollegen vermuteten, dass Kulagin im Zusammenhang mit seinem Einsatz für einen humaneren Strafvollzug ermordet wurde, wie der Radiosender Echo Moskwy berichtete. Die Polizei bestätigte zunächst nur den Tod Kulagins, der bereits am 10. Juli in einer Sandgrube bei der Stadt Petrosawodsk gefunden worden sei.

Die bekannte russische Menschenrechtlerin Ljudmila Alexejewa zeigte sich beunruhigt über den jüngsten Fall. «Unsere Staatsmacht sollte ihr Verhalten gegenüber den Menschenrechtlern ändern und sie nicht länger als "widerliche Handlanger des Westens" beschimpfen», sagte die Chefin der Moskauer Helsinki-Gruppe der Agentur Interfax. Die Anerkennung durch den Staat bringe viel mehr Sicherheit als eine Verschärfung der Gesetze.

Kulagin war seit dem 14. Mai vermisst worden. Er habe damals am späten Abend sein Haus verlassen, um sich zu einem telefonisch vereinbarten Treffen zu begeben, meldete die Agentur Ria Nowosti. Ein Taxifahrer sagte später aus, er habe Kulagin zu einem Café gebracht.

Die Organisation «Gerechtigkeit» informierte erst knapp zwei Wochen nach dem Fund der Leiche die Öffentlichkeit über den Tod Kulagins. Der Grund für diese Verzögerung blieb zunächst unklar. Die Polizei teilte am Mittwoch mit, ihr sei nichts bekannt von einer Arbeit des Opfers als Menschenrechtler. Nach ihren Erkenntnissen sei Kulagin vorbestraft gewesen, unter anderem wegen Rowdytums. Eine andere Menschenrechtsorganisation in Petrosawodsk bezeichnete Kulagin als Unternehmer, der einen humanen Strafvollzug unterstützt habe.

Die Ermordung der Menschenrechtlerin Estemirowa Mitte Juli hatte in Russland wie im Ausland Bestürzung ausgelöst. Estemirowa hatte ebenso wie die 2006 ermordete Journalistin Anna Politkowskaja Verbrechen an tschetschenischen Zivilisten aufgedeckt. Regierungskritiker befürchten, dass im Fall Estemirowa die Auftraggeber und Täter ebenso unbehelligt bleiben wie nach anderen Morden an Menschenrechtsaktivisten in Russland.

Kriminalität / Menschenrechte / Russland
23.07.2009 · 15:33 Uhr
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