Verhandlungen zwischen Iran und USA in Istanbul erwartet
Der außenpolitische Fokus Irans richtet sich erneut auf den Westen: Präsident Massud Peseschkian hat formell den Auftrag erteilt, Gespräche mit den Vereinigten Staaten aufzunehmen. Angesichts einer komplexen geopolitischen Gemengelage betont Peseschkian die Notwendigkeit, die Verhandlungen im Einklang mit den nationalen Interessen des Landes und „ohne Drohungen und überzogene Erwartungen“ zu führen. Damit soll ein neuer diplomatischer Weg eingeschlagen werden, der beide Akteure an den Verhandlungstisch zurückbringt.
Informierte Kreise berichten, dass sich beide Delegationen, geleitet von Irans Außenminister Abbas Araghtschi und dem US-Sondergesandten Steve Witkoff, am Freitag in Istanbul treffen sollen. Erwartet wird auch die Anwesenheit von Vertretern regionaler Länder wie Saudi-Arabien, Katar und Pakistan, was den internationalen Charakter dieser Verhandlungsrunde unterstreicht.
Im letzten Jahr waren die Gespräche zwischen Washington und Teheran über das umstrittene iranische Atomprogramm ins Stocken geraten. Eine vollständige Einstellung der Urananreicherung, wie sie die USA fordern, trifft in Teheran auf Widerstand, da dies als Verletzung einer roten Linie verstanden wird. Trotz der schwierigen Ausgangslage zeigt sich der Iran bereit, das Atomprogramm zu begrenzen – jedoch unter fairen Bedingungen.
Jedoch steht die in Aussicht gestellte Wiederaufnahme der Verhandlungen innerhalb des Irans vor einem kritischen Publikum. Die brutale Unterdrückung von Demonstrationen zu Jahresbeginn hat das Vertrauen vieler Iraner in den Dialog mit den USA, zumal unter der Ägide von US-Präsident Donald Trump, geschwächt. Seine Unterstützung für die Protestierenden und die geplante Verhandlung mit der iranischen Führung, die für diese Unterdrückung verantwortlich gemacht wird, wird von vielen Iranern als ein Akt des Verrats angesehen.

