Verhaltener Wochenstart: Dax gerät ins Wanken, Anleger blicken auf US-Inflation und geopolitische Risiken
Der deutsche Leitindex Dax erlebte nach einer soliden Erholung in der Vorwoche am Montagvormittag einen Rückschlag. Trotz eines freundlichen Starts stoppte die Annäherung an das Rekordhoch von vor einem Monat bei knapp 24.220 Punkten abrupt. Anleger agierten aufgrund geopolitischer Risiken vorsichtiger und der Dax fiel zur Mittagszeit um 0,16 Prozent auf 24.124 Punkte. Auch der MDax gab um 0,44 Prozent auf 31.356 Punkte nach, während der EuroStoxx 50 leicht negativ tendierte, obwohl die New Yorker Börsen auf einen gelungenen Öffnungsbeginn zusteuerten.
In den kommenden Tagen hängt die weitere Performance der Indizes von entscheidenden Ereignissen ab. Marktteilnehmer warten gespannt auf die neuen US-Inflationsdaten, die am Dienstag veröffentlicht werden. Diese Daten könnten erheblichen Einfluss auf die Geldpolitik der US-Notenbank Fed nehmen und bestimmen, ob der Leitzins im September gesenkt wird. Die UBS warnte in einem Kommentar am Morgen, dass geopolitische und wirtschaftliche Schlagzeilen die Marktstimmung weiterhin beeinflussen könnten. Ein zentrales Ereignis steht am Freitag an: Ein Treffen zwischen US-Präsident Donald Trump und dem russischen Präsidenten Wladimir Putin in Alaska, bei dem es um eine Friedenslösung für den Ukraine-Konflikt gehen soll.
Die anhaltenden Drohungen mit neuen Zöllen aus den USA stellen ebenfalls ein Unsicherheitsrisiko dar, insbesondere im Hinblick auf die Handelsbeziehungen mit China. Sollte China weiterhin russisches Öl kaufen, könnten neue Zollmaßnahmen drohen. Unter dieser geopolitischen Anspannung gerieten Rüstungsaktien unter Druck. Insbesondere die Titel von Rheinmetall verloren 4,3 Prozent und erreichten ein Tief seit Anfang Mai, trotz einer Jahressteigerung von mehr als 150 Prozent. Auch Aktien von Deutz und Salzgitter verzeichneten Rückgänge von drei beziehungsweise 2,6 Prozent.
Der Finanzdienstleister Hypoport sah nach einem positiven Start am Montag einen Kursrutsch von 4,4 Prozent. Bereits im Juli hatte das Unternehmen vorläufige Zahlen vorgestellt, die einen Abwärtstrend einleiteten. Im Dax hingegen stiegen die Aktien von Munich Re nach einem Rücksetzer am Freitag um 2,1 Prozent und wurden damit zum Spitzenreiter. Der SDax-Wert Mutares verbesserte sich um 2,7 Prozent, während Jost mit einem Anstieg von einem Prozent reagierte. Mutares plant den Erwerb des Krangeschäftes von Jost, welches durch die Übernahme der Hyva Gruppe erlangt wurde.

