Verbraucherkredite auf dem Prüfstand: Neue Regeln im Kreuzfeuer der Kritik
Der Verbraucherzentrale Bundesverband (VZBV) schlägt Alarm: Geplante Regulierungen für Verbraucherkredite könnten das Risiko der Überschuldung deutlich steigern. Besonders kritisch sieht der Verband die beliebten 'Buy now, pay later'-Angebote, bei Online-Käufen eine häufig genutzte Option. Hierbei befürchten die Verbraucherschützer, dass Käufer in finanzielle Schieflagen geraten.
Ein besonderer Dorn im Auge sind den Verbraucherschützern die schwammigen Formulierungen im aktuellen Gesetzesentwurf des Bundesjustizministeriums zur EU-Verbraucherkreditrichtlinie. Der VZBV plädiert für strengere Maßstäbe bei der Prüfung der Rückzahlungsfähigkeit, insbesondere bei 'Buy now, pay later'- und Dispokrediten.
Ein erschreckendes Beispiel liefert ein anonymer junger Mann aus Tübingen: Mit einem monatlichen Taschengeld von 150 Euro von der Jugendhilfe schaffte er es, durch 39 Käufe innerhalb von nur drei Monaten Schulden in Höhe von über 2000 Euro anzuhäufen. Inklusive Gebühren stieg die Summe auf über 3100 Euro an.
Zusätzlich sieht der Entwurf vor, dass ein simples Häkchen reicht, um einen Verbraucherkredit online abzuschließen. VZBV-Vorständin Ramona Pop mahnt, dass dies unbedachte Entscheidungen befördern könnte und fordert die Beibehaltung der Unterschriftspflicht.
Trotz allen Bedenken erkennt der Verband positive Aspekte im Entwurf, wie den Schutz vor Wucherzinsen und Unterstützung in finanziellen Notsituationen. Die finale Entscheidung obliegt nun dem Bundestag.

