Verbraucher in Zurückhaltung: Sparneigung erreicht Höchststand seit 2008
Der Konsum in Deutschland folgt der aktuellen Wetterlage - düster und trüb. Einer neuen Studie der Konsumforschungsinstitute GfK und NIM zufolge bleibt eine positiver gestimmte Verbraucherstimmung aus. Während im Februar die Erwartungen an das Einkommen leicht gestiegen sind, nimmt die Bereitschaft für Anschaffungen weiterhin ab.
Auffällig ist, dass die Sparneigung auf ein Niveau klettert, das zuletzt während der Finanzkrise 2008 erreicht wurde. Rolf Bürkl, Experte für Verbraucherverhalten beim NIM, erläuterte diese Entwicklung mit den Worten: 'Mit dem leichten Rückgang auf -24,7 Punkte kann das Konsumklima nicht an die Verbesserung des letzten Monats anknüpfen.' Statt in den Konsum zu fließen, wandert das Geld vermehrt auf die Sparkonten, eine Reaktion auf Unsicherheit und Vorsicht unter den Verbrauchern.
Obwohl sich wirtschaftlich ein leichter Aufschwung andeutet, halten geopolitische Spannungen und soziale Herausforderungen die Verunsicherung hoch. Zudem veranlasst die im Januar auf 2,1 Prozent angestiegene Inflationsrate viele Menschen, ihre Ausgaben zu zügeln. Auf kurzfristige Preisnachlässe hoffen nur wenige. Die monatlichen Befragungen, durchgeführt im Auftrag der EU-Kommission, erfassen die Einschätzungen von etwa 2.000 Konsumenten und spiegeln damit ein breites Meinungsbild wider.

