Gespräche in Genf

Skepsis nach Verhandlungen zwischen USA und Iran bleibt groß

17. Februar 2026, 20:41 Uhr · Quelle: dpa
Verhandlungen zwischen USA und Iran in Genf
Foto: Martial Trezzini/KEYSTONE/dpa
Mehr als drei Stunden verhandeln Vertreter aus Washington und Teheran.
Washington und Teheran haben ihre Verhandlungen zunächst beendet. Der Iran berichtet von einer Einigung auf eine Reihe «leitender Prinzipien». Ist ein Abkommen greifbar?

Genf/Teheran (dpa) - Der Iran dämpft nach der zweiten Verhandlungsrunde mit den USA die Hoffnung auf einen raschen Durchbruch. Außenminister Abbas Araghtschi sagte dem Staatsfernsehen nach einem mehr als dreistündigen Treffen in Genf: «Der Weg zu einer Einigung hat begonnen, wir sind bereit.» Er fügte hinzu: «Das bedeutet aber nicht, dass wir eine Einigung erzielt haben.» Die Ausarbeitung werde dauern. Auch aus dem Weißen Haus gab es zunächst eher eine verhaltene Reaktion.

Die USA wollen verhindern, dass die Führung in Teheran in den Besitz von Atomwaffen gelangt. Irans Regierung zeigt sich bereit, ihr Nuklearprogramm zu begrenzen, fordert im Gegenzug jedoch die Aufhebung harter Wirtschaftssanktionen. Über andere Themen, die die USA aufgebracht haben, will Teheran nicht sprechen: etwa eine Begrenzung seines Raketenprogramms oder die umstrittene Unterstützung militanter Gruppen wie die Hisbollah.

Die Atmosphäre in der omanischen Botschaft in Genf beschrieb Araghtschi als konstruktiv. Ein Termin für eine dritte Verhandlungsrunde steht ihm zufolge noch nicht fest. 

Parallel zu den diplomatischen Bemühungen demonstrierten Irans Marinestreitkräfte ihre Einsatzbereitschaft. Auch die USA haben viele Kriegsschiffe in die Region verlegt.

Bekanntes Duo für US-Seite bei den Verhandlungen

Die USA wurden durch den Sondergesandten Steve Witkoff sowie den Schwiegersohn von US-Präsident Donald Trump, Jared Kushner, vertreten. Trump hatte zuvor gesagt, er werde indirekt in diese Gespräche einbezogen. 

Omans Außenminister al-Bussaidi, der zwischen beiden Staaten vermittelte, sprach ebenfalls von einer konstruktiven Atmosphäre. Es bleibe jedoch viel zu tun, schrieb er auf X. «Die Parteien haben sich vor der nächsten Sitzung auf klare nächste Schritte geeinigt.» Konkreter wurde er nicht.

Außenminister Araghtschi sagte, bei den Gesprächen sei eine allgemeine Übereinkunft über «eine Reihe von leitenden Prinzipien» erzielt worden. Auf deren Grundlage könne ein Abkommen erzielt werden. Details dazu waren nicht bekannt. 

Aus US-Regierungskreisen verlautete, dass Fortschritte erzielt worden seien, es aber noch viele Details zu klären gebe. Demnach will die iranische Seite in den kommenden zwei Wochen mit «detaillierten Vorschlägen zurückkommen, um einige der offenen Differenzen zwischen unseren Positionen zu klären», hieß es von einem hochrangigen Regierungsbeamten.

Protestbewegung sieht Gespräche kritisch

Im Januar hatte die Führung der Islamischen Republik regierungskritische Massenproteste brutal niederschlagen lassen. Trump drohte der iranischen Führung daraufhin mit militärischem Eingreifen und ließ die Militärpräsenz rund um den Iran verstärken. Inzwischen haben die USA einen zweiten Flugzeugträger in die Region entsandt.

Irans Staatsoberhaupt und Religionsführer Ajatollah Ali Chamenei äußerte sich betont unerschrocken. «Gefährlicher als ein Flugzeugträger ist die Waffe, die ihn auf den Meeresgrund schicken kann», sagte der Kleriker, der in allen strategischen Belangen das letzte Wort hat.

Seit den Massenprotesten ist Irans Führung innenpolitisch so stark unter Druck wie seit Jahrzehnten nicht mehr. Am Wochenende demonstrierten rund eine Million Menschen auf mehreren Kontinenten für Freiheit im Iran. Zu dem Aktionstag aufgerufen hatte Reza Pahlavi, der seit Jahrzehnten im Exil lebende Sohn des 1979 gestürzten Schahs von Persien. Die Protestbewegung sieht einen möglichen Deal mit der aktuellen Führung kritisch.

Iran: Verhandlungen geprägt von Skepsis und Misstrauen

Noch am Montag hatte Irans Außenamtssprecher Ismail Baghai mit Blick auf den Krieg im vergangenen Jahr, den Israel kurz vor Beginn einer Verhandlungsrunde zwischen Iran und den USA begonnen hatte, gesagt: «Wir verhandeln unter Bedingungen vollständiger Skepsis und des Misstrauens. Wir haben frühere Erfahrungen, und es ist uns unter keinen Umständen erlaubt, diese Erfahrungen auch nur für einen Moment aus dem Blick zu verlieren.» 

Trump wiederum bekräftigte, der Iran wolle ein Abkommen schließen. Er denke nicht, dass das Land die Folgen spüren wolle, wenn es nicht zu einem Deal kommen werde. 

Irans Revolutionsgarden beginnen Marineübung

Die iranischen Revolutionsgarden feuerten parallel zu den Verhandlungen mit den USA bei einem Marinemanöver Raketen auf Ziele im Meer. Das Staatsfernsehen zeigte Aufnahmen mobiler Raketenwerfer an Land, die Ziele in der Straße von Hormus an der Südküste trafen.

Teile der Meerenge seien aus Sicherheitsgründen mehrere Stunden lang für den Schiffverkehr gesperrt, berichtete die iranische Nachrichtenagentur Fars. 

Die etwa 55 Kilometer breite Straße von Hormus ist eine Meerenge zwischen dem Iran und dem Oman. Sie gilt als eine der wichtigsten Schifffahrtsrouten für den weltweiten Ölexport. Iranische Offiziere hatten im Konflikt mit den USA in der Vergangenheit damit gedroht, sie jederzeit blockieren zu können.

Golfstaaten und Schweiz als neutrale Vermittler

2015 hatte sich der Iran schon einmal zur Beschränkung seines Atomprogramms verpflichtet. Im Gegenzug sollten Sanktionen aufgehoben werden. Trump war der Wiener Atomvertrag, der unter seinem Vorgänger Barack Obama ausgehandelt worden war, stets ein Dorn im Auge. 2018 - während seiner ersten Amtszeit - kündigte er die Vereinbarung einseitig auf. Zugleich ließ er neue und härtere Sanktionen gegen den Iran verhängen. In der Folge hielt sich auch die iranische Führung nicht mehr an die Auflagen.

Konflikte / Diplomatie / Atomenergie / Iran / USA / Schweiz / Oman
17.02.2026 · 20:41 Uhr
[2 Kommentare]
Fahrkartenkontrolle (Archiv)
Berlin - Der Deutsche Anwaltverein (DAV) drängt auf eine Entkriminalisierung des Schwarzfahrens im öffentlichen Nahverkehr. Derzeit gilt das Fahren ohne Fahrschein in Deutschland als Straftat. Ein Zustand, den der Verein für sozialpolitisch verfehlt hält. "Der soziale Nutzen der Strafbarkeit ist zweifelhaft, der Schaden für die Allgemeinheit dagegen […] (01)
vor 16 Minuten
Quantenphysik schlägt künstliche Intelligenz — mit nur neun Atomen
Wer mehr Rechenleistung braucht, baut größere Systeme — so lautet die Grundannahme, auf der ein großer Teil der modernen Computerentwicklung beruht. Mehr Schichten, mehr Verbindungen, mehr Energie. Eine aktuelle Studie, veröffentlicht im renommierten Fachjournal Physical Review Letters, stellt diese Logik grundsätzlich infrage. Ein Forschungsteam hat […] (01)
vor 8 Stunden
iPhone ausschalten
Berlin (dpa/tmn) - Trotz jahrelanger Nutzung dürfte es den meisten iPhone-Besitzern wohl nur äußerst selten passiert sein. Aber wenn sich das iPhone doch mal aufhängt und so gar nicht mehr reagiert, dann wissen viele User gar nicht weiter. Dabei ist die Lösung zum Glück oft recht einfach. Ein erzwungener Neustart. Und der geht so: Die Seitentaste […] (00)
vor 1 Stunde
Ich habe mal ausgerechnet, wie viele Stunden ich allein in Charakter-Editoren verbracht habe. Über alle Spiele hinweg, seit ich 2003 meinen ersten Helden in Neverwinter Nights zusammengeklickt habe. Das Ergebnis: mindestens 200 Stunden. Zweihundert Stunden, in denen ich Nasenlängen justiert, Augenbrauen verschoben und Haarfarben verglichen habe, ohne […] (01)
vor 3 Stunden
Prime Video zeigt Doku «Jerry West: The Logo» im April
Der Streamingdienst widmet der Basketball-Legende eine persönliche und schonungslose Dokumentation. Prime Video hat den Trailer zur Dokumentation Jerry West: The Logo veröffentlicht. Der abendfüllende Film feiert am 16. April seine Premiere und wird weltweit in mehr als 240 Ländern und Territorien verfügbar sein. Regie führt Kenya Barris, der mit «Jerry West: The Logo» sein Dokumentarfilmdebüt […] (00)
vor 13 Stunden
Daniel Altmaier
Monte-Carlo (dpa) - Tennisprofi Daniel Altmaier hat sein Auftaktmatch beim Masters-1000-Turnier in Monte-Carlo verloren. Der Deutsche unterlag dem Tschechen Tomas Machac in einer umkämpften Partie mit 4: 6, 6: 1, 3: 6. Nach verlorenem ersten Satz zeigte sich Altmaier stark verbessert. Nach einem schnellen Break zum 3: 1 wehrte er in einem umkämpften […] (01)
vor 7 Stunden
bitcoin, currency, finance, coin, crypto, cryptocurrency, brown finance
Der Wert von Shiba Inu ist im Jahresvergleich um etwa 35% gesunken. Anfang April 2026 wird die Meme-Währung bei etwa $0.000006 gehandelt, weit entfernt von den $0.00000923, die sie Anfang Januar erreicht hatte. In den letzten drei Monaten hat Shiba Inu einen anhaltenden Abwärtstrend erlebt, der sich auch am vergangenen Wochenende fortsetzte. […] (00)
vor 1 Stunde
Veranstaltungstipp – Familienrundgang mit Bewegungsimpulsen und freier Eintritt
Mainz, 06.04.2026 (lifePR) - Wir laden Familien herzlich zu einer gemeinsamen Entdeckungstour durch die Kunsthalle ein. Hier gibt es immer etwas anderes zu erleben. Gemeinsames Rätseln, Forschen oder Zeichnen vor den Kunstwerken – mach einfach mit! Der Familienrundgang mit Bewegungsimpulsen findet am Sonntag, den 19/04 um 14 Uhr statt und ist Teil des Programms  Freistunden. Im Rahmen der  […] (00)
vor 7 Stunden
 
Wolfgang Kubicki (Archiv)
Berlin - Im sich anbahnenden Machtkampf um den FDP-Chefposten bekommt Wolfgang […] (07)
Thomas Erndl (Archiv)
Berlin - Der verteidigungspolitische Sprecher der Unionsfraktion, Thomas Erndl (CSU), […] (03)
Hamburger Wolf in Tierauffangstation
Hamburg/Sachsenhagen (dpa) - Der Wolf ist wieder frei. Knapp eine Woche nach dem […] (00)
Misbah Khan (Archiv)
Berlin - Grünen-Fraktionsvize Misbah Khan hat Kritik am Bundesförderprogramm […] (00)
Eva Lys
Oeiras (dpa) - Zum Neustart nach dem Abstieg aus der Weltgruppe des Billie Jean King […] (01)
Gordon Ramsay
(BANG) - Gordon Ramsay soll im Mittelpunkt einer weiteren Netflix-Dokumentation […] (01)
Fashion-Influencer «Gramps»
Mainz (dpa) - Er hat rund 5,5 Millionen Follower auf Tiktok, noch mal knapp 2,5 […] (00)
Ghost Master: Resurrection im Test: Spuken wie früher?
Ghost Master: Resurrection ist ein Remake des Originals aus 2003. Ich habe als Kind […] (00)
 
 
Suchbegriff