US-Zollpaket treibt Kurse von Staatsanleihen - Ein Balanceakt für die US-Notenbank
Die Ankündigung eines umfassenden US-Zollpakets hat am Donnerstag die amerikanischen Staatsanleihen beflügelt. In Erwartung eines potenziellen Handelskriegs schichten Investoren ihr Kapital in als sicher geltende Anleihen um. Der Terminkontrakt für zehnjährige Staatsanleihen, auch bekannt als T-Note-Future, kletterte um beachtliche 1,07 Prozent auf 112,69 Punkte. Dies führte zu einem Rückgang der Rendite der langfristigen Anleihen auf 4,06 Prozent.
Präsident Donald Trump setzt auf aggressive Handelsstrategien und kündigt pauschale Importzölle von zehn Prozent an, die für einige Länder, abhängig vom Handelsdefizit, noch höher ausfallen können. Besonders Importe aus Deutschland und anderen EU-Staaten sind von einer Erhöhung der Zölle auf 20 Prozent betroffen. Ein globaler Handelskrieg scheint unausweichlich, wie Thomas Gitzel von der VP Bank warnt. Er sieht nicht nur die Weltwirtschaft, sondern auch die USA vor ernsthaften Herausforderungen.
Die höheren Zollbarrieren könnten inflationsfördernd wirken, da für viele Produkte des täglichen Bedarfs Preissteigerungen erwartet werden. Die US-Notenbank, die Federal Reserve, steht damit vor einem komplizierten Balanceakt. Zwar sehen die Finanzmärkte momentan die Konjunkturrisiken höher als jene der Inflation, doch spekuliert wird auf bis zu vier Zinssenkungen um jeweils 0,25 Prozentpunkte in diesem Jahr, um die Konjunktur zu stützen.
Ein weiterer Belastungsfaktor für die Wirtschaft ist die zuletzt schwächelnde Stimmung im Servicesektor der USA. Der Einkaufsmanagerindex ISM fiel auf den niedrigsten Stand seit neun Monaten und blieb damit hinter den Erwartungen zurück. Ralf Umlauf von der Helaba merkt an, dass die neuen Importzölle die wirtschaftliche Unsicherheit zusätzlich befeuern könnten.

