US-Zinssenkung beflügelt Märkte – Doch hält die Jahresendrallye?
In den internationalen Finanzmärkten sorgen derzeit unterschiedliche Entwicklungen für gemischte Stimmungen. Während die jüngste Zinssenkung der US-Notenbank den Aktienmärkten Rückenwind verschafft, bleibt die Frage offen, ob die Jahresendrallye anhalten wird.
Laut dem Commerzbank-Analysten Andreas Hürkamp hat der DAX fast sein Allzeithoch von Oktober erreicht, indem er mit 24.300 Punkten in die Woche gestartet ist. Auch der Stoxx Europe 600 nähert sich Rekordwerten, was die Spannung auf den Märkten erhöht.
Interessant ist auch der Blick auf die Rohstoffmärkte, wo Silber einen neuen Höchstpreis von 64,47 US-Dollar erreicht hat. Gleichzeitig steht Gold kurz davor, seinen im Oktober erlangten Höchststand zu übertreffen. Im Gegensatz dazu zeigt der Bitcoin Schwäche und ist unter die 90.000 US-Dollar-Marke gefallen. Diese Entwicklung wird von der Sorge um eine mögliche KI-Blase in den US-Märkten begleitet, die den Dow Jones kürzlich ins Minus zog.
Die bevorstehende Woche verspricht, ereignisreich zu werden, da die Europäische Zentralbank (EZB) und andere bedeutende Notenbanken Zinsentscheide veröffentlichen werden. Ralf Umlauf von der Helaba deutet an, dass von der EZB keine großen Veränderungen erwartet werden. Auch Konjunkturdaten, wie die aufgrund des Shutdowns verzögert veröffentlichten amerikanischen Arbeitsmarktdaten, könnten neue Impulse setzen.
Prognosen für das kommende Jahr sind von vorsichtigem Optimismus geprägt. Die Commerzbank rechnet mit leichten Zugewinnen im Jahr 2025 und blickt positiv auf 2026 dank stabiler Wirtschaftsentwicklungen. Benjardin Gärtner von der Fondsgesellschaft DWS erwartet steigende Investitionen in KI in den USA und prognostiziert, dass der S&P 500 bis Ende 2026 auf 7.500 Punkte steigen könnte. Gleichzeitig soll der DAX Kursziele von 26.100 Punkten erreichen, da staatliche Ausgabenprogramme ihre Wirkung zeigen werden.
Kurzfristig jedoch warnt Charttechniker Christoph Geyer, dass die Aussichten für eine Jahresendrallye getrübt sind. Die jüngste Stimmung an den Märkten deutet darauf hin, dass ein Aufschwung unwahrscheinlich ist und die Märkte sich wohl seitlich bewegen werden. Diese Analyse wird durch überkaufte Indikatoren und Divergenzen unterstützt, die Investoren zur Vorsicht mahnen.

