US-Wirtschaft schrumpft: Trumps Politik unter Beschuss
Die US-amerikanische Wirtschaft hat zu Beginn des Jahres eine unerwartete Talfahrt hingelegt. Im ersten Quartal verzeichnete das Bruttoinlandsprodukt (BIP) ein annualisiertes Minus von 0,3 Prozent, so das Handelsministerium in Washington. Experten waren überrascht, hatten sie doch lediglich mit einer Verlangsamung des Wachstums gerechnet. Präsident Donald Trump schiebt die Schuld dafür auf die Politik seines Vorgängers, Joe Biden, und deutet auf die Nachwirkungen dessen wirtschaftlicher Maßnahmen.
Die in den USA übliche Praxis der Hochrechnung der Wachstumszahlen auf das Jahr macht direkte Vergleiche mit Europa schwierig. Für eine Annäherung müsste man die US-Rate schlicht durch vier teilen. Schon gegen Ende 2024 hatte das konjunkturelle Tempo in den USA nachgelassen, doch der nun eingetretene Rückgang stellt für viele eine Überraschung dar.
Im Zentrum der Kritik steht Trumps ehrgeizige Zollpolitik. Seit Amtsantritt hat er Sonderabgaben auf Importe aus verschiedenen Ländern, besonders jedoch aus China, erhoben. Diese unsichere Handelspolitik hat in den letzten Wochen für Turbulenzen auf den Finanzmärkten gesorgt, was die Befürchtung einer drohenden Rezession nährte.
Trumps Wirtschaftsberater Peter Navarro meint hingegen, der gegenwärtige Anstieg der Importe, der vor den Zöllen stattfand, sei ein einmaliger Effekt. Bald könnten positive Impulse das Blatt wenden. Die Regierung wies die Verantwortung für das Schrumpfen auf Ex-Präsident Biden zurück, während Trump bei einer Kabinettssitzung erklärte, seine Politik habe bereits neue Investitionen ins Land gebracht.
Kritiker wie Stephan Bales von KfW Research befürchten jedoch, dass sich die echten Folgen der Zollpolitik erst in den kommenden Monaten zeigen werden. Der Finanzanalyst Dirk Chlench, Landesbank Baden-Württemberg, äußerte sich ähnlich skeptisch und erwartet, dass die tatsächliche Belastung für die US-Wirtschaft erst in künftigen Wirtschaftsdaten erkennbar wird.

