US-Steuerreform spült Milliarden in die Kassen großer Konzerne

US-Großunternehmen rechnen für 2025 mit deutlich geringeren Cash-Steuerzahlungen. Hintergrund sind umfassende Reformen im Unternehmenssteuerrecht, die Präsident Donald Trump Anfang Juli unterzeichnete. Besonders die sofortige Absetzbarkeit von Forschungsausgaben, Bonusabschreibungen und Zinsaufwendungen sorgt für kräftige Liquiditätsschübe.
Verizon Communications senkt seine Prognose für Cash-Steuern um 1,5 bis 2 Mrd. Dollar, nachdem der Konzern 2024 noch 5,6 Mrd. Dollar überwiesen hatte. Lumen Technologies rechnet mit einer Steuererstattung von 400 Mio. Dollar, Diamondback Energy mit einer Entlastung von 300 Mio. Dollar. Leidos, ein Ingenieur- und Rüstungskonzern, beziffert den Cashflow-Effekt auf 150 Mio. Dollar – ein Plus von mehr als 10 %.
Der Effekt erstreckt sich über zahlreiche Branchen. Republic Services erwartet 80 Mio. Dollar Steuerersparnis, EOG Resources 200 Mio. Dollar. Cadence Design Systems kalkuliert mit 140 Mio. Dollar weniger Steuerzahlungen, während Applied Materials zwar 410 Mio. Dollar an Vorteilen identifiziert, diese jedoch wegen der 2022 eingeführten corporate alternative minimum tax nicht nutzen kann.
Die Reform korrigiert Maßnahmen aus dem Jahr 2017, die damals zur Haushaltskonsolidierung führten und ab 2022 höhere Steuerlasten auslösten. Mit republikanischer Mehrheit im Kongress wurden diese Anhebungen nun wieder rückgängig gemacht – und zugleich dauerhafte Anreize für Investitionen geschaffen. Allein die Wiederherstellung der vollen Sofortabschreibung für Investitionen senkt die Steuerlast laut Joint Committee on Taxation bis 2034 um 219 Mrd. Dollar, davon 88 Mrd. Dollar in den Jahren 2025 und 2026.
Während die Liquiditätseffekte erheblich sind, ändern sich die ausgewiesenen effektiven Steuersätze kaum. Unternehmen verschieben Kosten zeitlich nach vorn und sichern sich damit heute Kapital, das andernfalls über Fremdfinanzierung beschafft werden müsste. Für hochverschuldete Konzerne mit großen Anlagevermögen ist die Zinsabzugsregel zusätzlich attraktiv.
Doch die Kehrseite bleibt: Firmen, die ihre Steuerquote durch aggressive Nutzung der neuen Regeln stark absenken, laufen Gefahr, in die Mindestbesteuerung zu rutschen. Steuerberater warnen vor „Fallen für Unvorsichtige“, etwa bei der Verknüpfung mit internationalen Steuerregeln oder Verlustvorträgen.

