US-Staatsanleihen profitieren von unerwarteten Konjunkturdaten
Die jüngsten Entwicklungen auf dem US-Anleihemarkt erregen Aufmerksamkeit, nachdem die Kurse von US-Staatsanleihen am Mittwoch deutlich angestiegen sind. Der Terminkontrakt für zehnjährige Papiere, bekannt als T-Note-Future, erhöhte sich um 0,50 Prozent und erreichte dadurch 111,00 Punkte.
Parallel dazu sank die Rendite der zehnjährigen Anleihe auf 4,38 Prozent, getrieben von schwachen Konjunkturdaten aus den Vereinigten Staaten. Eine unerwartet negative Entwicklung im Dienstleistungssektor drückte auf die Stimmung der Marktteilnehmer. Der entsprechende Index fiel im Mai erstmals seit Juni 2024 knapp unter die Wachstumsgrenze von 50 Punkten, was auf ein stagnierendes wirtschaftliches Umfeld hindeutet.
Ulrich Wortberg, Volkswirt bei der Helaba, äußerte sich besorgt: „Die Konjunktursorgen in den USA könnten forciert werden, zumal auch das Pendant in der Industrie erneut gesunken ist und unterhalb der wichtigen 50er Marke liegt.“ Diese Entwicklungen könnten die US-Notenbank, die Fed, dazu zwingen, ihre Zinspolitik zu überdenken, insbesondere wenn sich der Trend schwacher Konjunkturzahlen fortsetzt.
Auch der Arbeitsmarkt zeigt sich von seiner schwächelnden Seite. Die ADP-Daten zur Beschäftigung in der Privatwirtschaft verfehlten die Prognosen der Volkswirte bei weitem. Im Mai wurden lediglich 37.000 neue Arbeitsplätze geschaffen, während eine deutliche höhere Zahl von 114.000 erwartet wurde. Die Marktakteure blicken nun gespannt auf den anstehenden monatlichen Arbeitsmarktbericht der Regierung, der am Freitag veröffentlicht wird.

