Konflikte

US-Küstenwache bringt Öltanker vor Venezuela unter Kontrolle

21. Dezember 2025, 02:21 Uhr · Quelle: dpa
Anhörung zu Heimatschutz im US-Kongress
Foto: Mark Schiefelbein/AP/dpa
Das US-Militär hat nach Angaben von US-Heimatschutzministerin Noem erneut einen Öltanker beschlagnahmt. (Archivfoto)
Die US-Küstenwache übernimmt Kontrolle über einen verdächtigen Öltanker vor Venezuela, was den Streit mit den USA vertieft. Venezuela kritisiert dies scharf und fordert internationale Aufklärung.

Washington/Caracas (dpa) - Der Konflikt zwischen den Vereinigten Staaten und Venezuela in der Karibik spitzt sich immer weiter zu: Nach Inkrafttreten einer US-Blockade gegen sanktionierte Öltanker auf dem Weg von und nach Venezuela hat die US-Küstenwache erstmals ein Schiff vor der Küste Venezuelas unter ihre Kontrolle gebracht. 

«Die Küstenwache hat in Zusammenarbeit mit dem Kriegsministerium eine Blitzaktion durchgeführt, um den Tanker "Centuries" zu beschlagnahmen, der im Verdacht steht, Öl zu transportieren, das den US-Sanktionen unterliegt», teilte die Behörde mit, die dem Heimatschutzministerium untersteht. «Die eiserne Faust der Streitkräfte und der Strafverfolgungsbehörden der Vereinigten Staaten beherrscht die Meere.»

Zuvor hatte bereits Heimatschutzministerin Kristi Noem auf der Nachrichtenplattform X von dem Einsatz in der Karibik berichtet und ein Video veröffentlicht, das die Aktion zeigen soll. Die Ministerin kündigte an, weiter gegen die illegale Verschiffung von sanktioniertem Öl vorzugehen.

Die venezolanische Regierung kritisierte den Einsatz in der Karibik scharf. «Venezuela verurteilt den Überfall auf ein weiteres privates Schiff, das venezolanisches Öl transportiert, und die Entführung der Besatzung durch US-Militärs in internationalen Gewässern entschieden», hieß es in einer Stellungnahme von Vizepräsidentin Delcy Rodríguez. Der Angriff stelle einen Akt der Piraterie dar und verstoße gegen internationales Recht, schrieb sie weiter. Venezuela werde vor dem UN-Sicherheitsrat gegen das Vorgehen eine Beschwerde einlegen.

Trump kündigte zuvor Blockade von sanktionierten Öltankern an

US-Präsident Donald Trump hatte wenige Tage zuvor eine «vollständige und komplette Blockade aller sanktionierter Öltanker auf dem Weg von und nach Venezuela» angeordnet. Er begründete dies damit, das südamerikanische Land habe Öl, Land und andere Vermögenswerte von den USA gestohlen - diese müssten zurückgegeben werden. Der Republikaner warf Venezuelas autoritärem Staatschef Nicolás Maduro zudem vor, «das Öl aus diesen gestohlenen Ölfeldern zur Finanzierung von Drogenterrorismus, Menschenhandel, Mord und Entführungen» zu nutzen.

Anfang der 2000er Jahre hatte Venezuela Ölfelder verstaatlicht - betroffen waren ausländische und auch US-Firmen. In der Folge entbrannte ein Streit um Entschädigungszahlungen. 2019 hatte Trump in seiner ersten Amtszeit dann den staatlichen Ölkonzern PDVSA mit Sanktionen belegt.

Nicht die erste US-Beschlagnahme eines Öltankers vor Venezuela

Nur wenige Tage vor Trumps Blockade-Ansage hatte das US-Militär bereits einen Öltanker vor der Küste Venezuelas unter seine Kontrolle gebracht. US-Justizministerin Pam Bondi und FBI-Direktor Kash Patel erklärten damals, das Schiff sei Teil eines illegalen Netzwerks gewesen, das Öl zur Unterstützung ausländischer Terrororganisationen transportiert habe.

Die Regierung des südamerikanischen Landes hatte die Erstürmung scharf verurteilt. Der Einsatz sei «ein dreister Raubüberfall und ein Akt internationaler Piraterie», hieß es in einer Stellungnahme des Außenministeriums in Caracas.

Das aggressive Vorgehen warf unter politischen Beobachtern auch die Frage auf, ob es die US-Regierung auf die riesigen Ölvorkommen des Landes abgesehen habe: Venezuela verfügt über die weltweit größten bestätigten Ölreserven und ist stark von Exporterlösen abhängig. Ein Großteil der Lieferungen geht an China, einen geopolitischen Rivalen der USA.

USA ziehen Kriegsschiffe vor Venezuelas Küste zusammen 

Seit Monaten brodelt es zwischen Washington und Caracas. Immer wieder hat das US-Militär angeblich mit Drogen beladene Boote in der Karibik, teils auch im Pazifik, versenkt. 

Die US-Regierung gibt offiziell an, mit ihrem aggressiven Vorgehen Drogenkartelle bekämpfen zu wollen. Laut Experten gilt Venezuela aber nicht als Produktionsland von Drogen, sondern als Transitland - vor allem für den europäischen Markt.

Für zusätzliche Spannungen sorgte ein Interview des Magazins «Vanity Fair» mit Trumps Stabschefin Susie Wiles, in dem sie Aussagen über einen möglichen Machtwechsel in Venezuela machte. «Er (Trump) will so lange Boote in die Luft jagen, bis Maduro aufgibt. Und Leute, die sich damit viel besser auskennen als ich, sagen, dass er das auch schaffen wird», wurde Wiles zitiert. Später erklärte sie, ihre Äußerungen seien aus dem Zusammenhang gerissen worden. Auch Maduro wirft den USA seit Längerem vor, seine Regierung stürzen zu wollen.

In den vergangenen Monaten hatten die US-Streitkräfte zudem vor der Küste Venezuelas eine schlagkräftige Streitmacht aus Kriegsschiffen, Kampfflugzeugen und Soldaten zusammengezogen. In der Debatte steht auch, ob und wann das US-Militär Truppeneinsätze auf venezolanischem Boden beginnt. Trump hatte bislang immer wieder nur vage solche Einsätze in Aussicht gestellt.

Konflikte / Militär / Schifffahrt / Rohstoff / Öl / Drogen / Venezuela / USA
21.12.2025 · 02:21 Uhr
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