US-Konsumklima überrascht mit Stabilität: Hoffnungsschimmer trotz Inflationsdruck
Der amerikanische Verbraucher trotzt allen Unkenrufen: Im Mai zeigte sich das Konsumklima der Vereinigten Staaten äußerst stabil und trotzte damit den Erwartungen eines weiteren Rückgangs. Laut der jüngsten Erhebung der Universität Michigan verharrte der Indikator unverändert bei 52,2 Punkten, entgegen der ersten Schätzung, die von einem Rückgang auf 50,8 Punkte ausging. Experten hatten zuvor lediglich eine moderate Verbesserung auf 51,5 Punkte erwartet.
Erstaunlich ist dabei vor allem die positivere Einschätzung sowohl der aktuellen Lage als auch der Erwartungen seitens der Konsumenten. Obwohl die Lagebeurteilung nach wie vor unter dem Niveau des Vormonats blieb, verbesserte sich der Blick in die Zukunft merklich.
Eine entscheidende Rolle für diesen Optimismus spielt die temporäre Aussetzung der Zölle gegenüber China, wie Joanne Hsu, Leiterin der Umfrage, erläuterte. Diese Maßnahme lasse auf ein freundlicheres Geschäftsklima hoffen, während der Druck auf die Verbraucherstimmung durch stagnierende Einkommen jedoch bestehen bleibt.
Die kurzfristigen Inflationserwartungen legten geringfügig zu: Innerhalb eines Jahres stiegen die Erwartungen leicht von 6,5 Prozent auf 6,6 Prozent. Anfangs wurde ein deutlicherer Anstieg auf 7,3 Prozent prognostiziert. Langfristig jedoch konnte man einen Lichtblick verzeichnen, denn die Inflationserwartungen sanken von 4,4 Prozent auf 4,2 Prozent - der erste Rückgang dieser Art seit Dezember 2024. Schemenhafte Anfangsschätzungen hatten noch einen Anstieg auf 4,6 Prozent vermutet.
Der Konsumklimaindex der Universität Michigan gilt als wichtiger Gradmesser für das Kaufverhalten der US-Verbraucher und basiert auf Umfragen in rund 500 Haushalten. Dabei werden sowohl ihre finanzielle als auch wirtschaftliche Lagebeurteilung sowie deren Erwartungen abgefragt.

