US-Bundesgericht weist Klagen im Libor-Skandal endgültig ab
Ein bedeutendes Kapitel in der langwierigen Libor-Verschwörungsklage wurde am Donnerstag von einer US-Bundesrichterin geschlossen. Nach 14 Jahren intensiver Rechtsstreitigkeiten entschied Richterin Naomi Reice Buchwald zugunsten mehrerer großer Banken und wies die verbliebenen Klagen wegen angeblicher Manipulation des Libor-Zinssatzes ab.
Der Zinsmaßstab, der einst weltweit Finanztransaktionen im Wert von Hunderten Billionen Dollar beeinflusste, stand im Zentrum zahlreicher Vorwürfe. Die umfassende Entscheidung mit 273 Seiten kam zu dem Schluss, dass die Kläger nicht genügend Beweise erbracht hätten, um zu zeigen, dass sie durch eine vermeintliche jahrelange Verschwörung von 16 Banken, darunter einige der prominentesten Namen der Finanzwelt, betrogen wurden. Buchwald betonte, dass die vorgelegten Beweise nicht ausschließen, dass die beschuldigten Banken unabhängig voneinander handelten.
Zu den verbleibenden Banken im Prozess zählten bekannte Finanzgrößen wie Bank of America, Barclays, Deutsche Bank, HSBC, JPMorgan Chase, sowie weitere Branchengrößen. Die Kläger hatten vorgebracht, dass Kommunikationen wie E-Mails und Telefonate belegen würden, dass der Libor künstlich niedrig gehalten wurde, wodurch die Banken in einem besseren Licht erschienen, insbesondere während der Finanzkrise 2008.
Trotz der anhaltenden Bemühungen erhielten die Kläger keinen Zuspruch. Zu den Anklägern gehörten unter anderem die Principal Financial Group, Städte wie Baltimore und Houston sowie Institutionen wie Fannie Mae und Freddie Mac.
Von den Anwälten der Klägerseite gab es zunächst keinen Kommentar zu der Abweisung. Auch die Bank of America, oft als erster Beklagter genannt, gab keine Stellungnahme ab. Libor wurde zwar im Januar 2022 durch andere Zinssätze ersetzt, doch die Erinnerungen an die milliardenschweren Bußgelder, welche die Banken zur Beilegung der Manipulationsvorwürfe zahlten, sind noch frisch.

