US-Börsen: Zwischen Rekorden und geldpolitischen Erwartungen
Die US-Börsen erlebten am Donnerstag leichte Rückgänge, nachdem sie jüngste Rekordhöhen verzeichnet hatten. Insbesondere die Bekanntgabe positiver Wirtschaftsdaten führte zu einer gewissen Stabilisierung der Verluste im weiteren Handelsverlauf. Daten von S&P Global zeigten, dass die US-Industrieproduktion aufgrund gestiegener Nachfrage im August so schnell wuchs wie seit drei Jahren nicht mehr, und auch die Zahlen aus dem Immobilienmarkt überraschten positiv, indem die Verkäufe bestehender Immobilien im Juli anstiegen, anstatt wie erwartet zu sinken.
Vor Börsenschluss verringerte sich der Dow Jones Industrial um 0,4 Prozent auf 44.747 Punkte. Zwei Tage zuvor hatte er mit über 45.200 Zählern ein Rekordhoch erreicht. Ähnlich zeigte der marktbreite S&P 500 einen Rückgang um 0,4 Prozent auf 6.368 Punkte, während der technologielastige Nasdaq 100 um 0,6 Prozent auf 23.115 Zähler fiel.
Im Fokus steht nun das bevorstehende Notenbankentreffen in Jackson Hole. Die Finanzwelt wartet gespannt auf die Rede von US-Notenbankchef Jerome Powell am Freitag, von der Signale über eine mögliche Zinssenkung im September erwartet werden. Ein gesenkter Zinssatz um 0,25 Prozentpunkte ist bereits weitgehend eingepreist. Michael Heise, Chefökonom bei HQ Trust, prognostiziert, dass Powell die Erwartungen vorerst nicht enttäuschen werde, wobei weiterhin zwei kleine Zinsschritte für 2025 als wahrscheinlich gelten.
Im Dow setzten sich die Aktien von Walmart mit einem Rückgang von 4,9 Prozent ans Index-Ende, trotz eines überraschend guten Quartalsumsatzes. JPMorgan hatte bereits vermutet, dass der Gewinn je Aktie die Erwartungen nicht erfüllen würde. Einen deutlichen Kursrutsch von 22 Prozent erlitten die Papiere des Kosmetikkonzerns Coty, die nun auf dem niedrigsten Stand seit November 2020 notieren. Auch Analysten waren vom Ausmaß des Umsatzrückgangs überrascht, und die enttäuschende Gewinnprognose vom Branchenkollegen Estee Lauder trug zur negativen Stimmung bei.
Zusammen mit den "glorreichen Sieben" – den größten und wichtigsten Unternehmen – gab es mehr Verlierer als Gewinner. Besonders deutlich sanken die Aktien von Meta und Tesla, während die Papiere der Google-Mutter Alphabet leicht zulegten.

