US-Börsen vor gemächlichem Wochenstart: Wirtschafts- und Politikeinflüsse im Fokus
Zum Wochenauftakt zeichnen sich an den US-Börsen kaum nennenswerte Kursbewegungen ab. Erste Indikationen des Brokers IG lassen den Dow Jones Industrial geringfügig höher bei 44.265 Punkten erwarten, während der technologielastige Nasdaq 100 nach einem kürzlichen Rekordhoch wenig verändert starten dürfte. In einem Umfeld wirtschaftlicher und politischer Ungewissheiten verhalten sich die Anleger entsprechend zurückhaltend. Mit Spannung blicken Investoren auf die bevorstehenden US-Inflationsdaten, die maßgeblichen Einfluss auf die geldpolitischen Entscheidungen der Fed haben könnten. Besonders im Hinblick auf den Leitzins im September wird auf mögliche Auswirkungen der Teuerung geachtet. In Analysen der Landesbank Hessen-Thüringen, Helaba, wird zudem darauf hingewiesen, dass die Auswirkungen erhöhter Zölle in den Inflationsstatistiken sichtbar werden könnten. Eine politische Großveranstaltung steht ebenfalls ins Haus: US-Präsident Donald Trump plant ein Treffen mit Russlands Präsident Wladimir Putin in Alaska, um Gespräche über den Ukraine-Konflikt zu führen. Dieser Dialog könnte geopolitisch wichtige Weichen stellen. Die Experten der Citigroup haben ihr Vertrauen in den S&P 500 gestärkt, indem sie ihr Kursziel von 6.300 auf 6.600 Punkte angehoben haben. Sie argumentieren, dass die Steuersenkungen die negativen Einflüsse der Zölle für US-Unternehmen ausbalancieren könnten. Bei den Einzelwerten lenken vor allem Chiphersteller die Aufmerksamkeit auf sich. Medienberichten zufolge wird die US-Regierung bei den China-Verkäufen von KI-Chips durch Nvidia und AMD einen Anteil von 15 Prozent am Erlös beanspruchen. Diese Nachricht belastete im vorbörslichen Handel besonders AMD, dessen Aktien um über ein Prozent fielen, während Nvidia um 0,5 Prozent nachgab. Micron Technology hingegen meldete für das vierte Geschäftsquartal erfreuliche Prognosen und hob die Erwartungen bezüglich Umsatz und Gewinn an. Das Unternehmen profitiert von verbesserten Preisen für seine Schlüsselprodukte, woraufhin seine Aktien vorbörslich um fünf Prozent zulegten. Spannend bleibt auch die Entwicklung bei Lithium-Produzenten wie Albemarle und Sigma Lithium, deren Aktien kräftige Gewinne verzeichneten. Angestoßen wurde die Kursrally von steigenden Lithium-Preisen, nachdem eine bedeutende chinesische Mine ihren Betrieb temporär einstellen musste – ein Schritt, den Beobachter mit Chinas Vorhaben verbinden, Angebotsüberschüsse auf dem Batteriemarkt abzubauen.

