US-Börsen trotzen Regierungsstillstand und erreichen neue Höhen
Rekordstimmung trotz politischer Unsicherheiten: An den US-Börsen wurden am Mittwoch bemerkenswerte Höchststände erzielt. Sowohl der breit gefächerte S&P 500 als auch der technologieintensive Auswahlindex Nasdaq 100 setzten neue Bestmarken, obwohl die Kursgewinne moderat ausfielen. Insgesamt zeigten sich die US-Börsen stabil und bewahrten Ruhe, anstatt in einen euphorischen Rallye-Modus zu verfallen.
Wirtschaftsdaten wie die unerwartet schwachen Arbeitsmarktzahlen des Dienstleisters ADP und die weitgehend erwartungsgemäßen ISM-Stimmungsdaten aus der US-Industrie hatten kaum Auswirkungen auf die Marktstimmung. Der S&P 500 legte um 0,34 Prozent zu und schloss bei 6.711,20 Punkten, getrieben von Gewinnen in der Pharma- und Technologiebranche. Der Nasdaq 100 kletterte um 0,49 Prozent auf 24.800,86 Zähler. Währenddessen verzeichnete der Dow Jones Industrial einen Anstieg von 0,09 Prozent auf 46.441,10 Punkte.
Unterdessen befinden sich die US-Regierungsgeschäfte nach Ablauf einer Frist für einen vorläufigen Haushalt teilweise im Stillstand. Staatsbedienstete sind im Zwangsurlaub, während Behörden im Notbetrieb arbeiten. Der Senat, gefangen in einem politischen Tauziehen zwischen Demokraten und Republikanern unter Präsident Donald Trump, konnte sich nicht auf Vorabstimmungen einigen, die den Weg für weitere Haushaltsberatungen geebnet hätten. Die Verhandlungen gehen zwar weiter, doch ein Ende des 'Shutdowns' ist vorerst nicht absehbar.
Eric Winogard, Chefvolkswirt USA bei AllianceBernstein, weist darauf hin, dass der aktuelle Stillstand der 22. seiner Art seit 1979 ist. Die Auswirkungen könnten ernsthaft werden, sollte die Verwaltung längere Zeit stillstehen und wichtige Wirtschaftsdaten ausbleiben, die die US-Notenbank Fed für geldpolitische Entscheidungen benötigt. Besonders der monatliche Arbeitsmarktbericht am Freitag, der für Zinsentscheidungen von Bedeutung ist, könnte betroffen sein. Winogard warnt, dass der anhaltende Stillstand die Erhebung und Veröffentlichung weiterer unverzichtbarer Wirtschaftsdaten, insbesondere der Inflationsdaten, behindern könnte. Dies stellt die Fed vor eine Herausforderung, da Ende Oktober die nächste Zinssitzung ansteht.

