US-Börsen im Aufwind: Hoffnung auf Zinssenkung und Handelsgespräche beflügeln Märkte
Die Aktienmärkte in den USA haben die Kurve gekriegt und sind zum Wochenbeginn auf Erholungskurs gesprungen. Nachdem der Freitag mit einem desillusionierenden Arbeitsmarktbericht endete, blickt man nun wieder optimistisch in die Zukunft.
Rückenwind bekommen die Märkte von der Hoffnung auf eine baldige Zinssenkung seitens der Federal Reserve sowie von aufkeimenden positiven Signalen im andauernden Handelsstreit zwischen den USA und China. Der Dow Jones Industrial erholte sich deutlich und legte 1,13 Prozent zu, um bei 44.082 Punkten zu schließen.
Auch der Nasdaq 100 setzte seine technologische Aufholjagd fort und stieg um 1,67 Prozent auf 23.144 Punkte. Der S&P 500 verzeichnete einen Zuwachs von 1,27 Prozent und beendete den Tag bei 6.317 Zählern.
Im Fokus der Anleger stehen derzeit Personalveränderungen bei der US-Notenbank. Überraschend verkündete Gouverneurin Adriana Kugler ihren vorzeitigen Rückzug aus dem Führungsgremium, ohne nähere Gründe zu nennen.
Diese Entwicklung bietet US-Präsident Donald Trump die Gelegenheit, Einfluss auf den zukünftigen Kurs der Fed zu nehmen. Der Präsident hat die Möglichkeit, neue Fed-Gouverneure zu nominieren, die jedoch vom Senat bestätigt werden müssen.
Parallel zu den Umwälzungen bei der Fed hat Trump auch die Chefin des Amtes für Arbeitsmarktstatistik, Erika McEntarfer, überraschend entlassen, was für Verstimmung sorgt. Nach Aussage von Jürgen Molnar von Robomarkets wirft dies Fragen über die Unabhängigkeit politischer Institutionen auf.
Dennoch blieben Anleger in New York unbeeindruckt und nutzten die positiven Töne, um optimistisch in die Zukunft zu blicken. Auch Aktienstrategen wie Michael Wilson von Morgan Stanley sind voller Zuversicht für US-Aktien.
Die derzeitige V-förmige Erholung der Unternehmensgewinne sieht er als Einladung für Investoren. David Kostin von Goldman Sachs unterstrich zudem die beeindruckenden Wachstumsraten der Tech-Riesen wie Alphabet, Apple, Meta, Microsoft, Nvidia und Tesla, deren Aktiengewinne den Montag befeuerten.
Amazon hingegen erlebte einen erneuten Rückschlag. Die Energiebranche zeigte sich durchwachsen: Chevron-Aktien verloren knapp 1 Prozent infolge fallender Ölpreise durch gesteigerte Opec+-Fördermengen.
Auf dem Chipmarkt rutschten On Semiconductor um fast 13 Prozent nach enttäuschenden Quartalszahlen ab. Berkshire Hathaways B-Aktien verzeichneten einen Rückgang um 3,5 Prozent nach einer Wertberichtigung bei Kraft Heinz.
Im Technologiebereich sorgten Lyft und Baidu mit ihrer geplanten Zusammenarbeit bei der Einführung von Robotaxis in Europa für Furore. Lyfts Aktien blieben davon unberührt und legten 4,2 Prozent zu.
Bei den kleineren Werten glänzte Commscope mit einem beeindruckenden Kurssprung um 90 Prozent, ausgelöst durch die Nachricht, dass Amphenol das Geschäft für Kabel- und Verbindungslösungen von Commscope übernehmen will. Amphenol erlebte ein Plus von 3,6 Prozent.

