US-Anleihen im Aufwind nach schwachem Arbeitsmarktbericht: Leitzinsspekulationen befeuern Kursgewinne
Die Kurse der US-Staatsanleihen verzeichneten einen markanten Anstieg nach einem enttäuschenden US-Arbeitsmarktbericht. Ökonomen rechnen nun vermehrt mit baldigen Leitzinssenkungen durch die US-Notenbank. Der Futures-Kontrakt für zehnjährige Anleihen erhöhte sich dabei um 0,82 Prozent und erreichte 111,83 Punkte. Dieser Anstieg kompensierte weitgehend die Verluste des Vortages, während die Rendite der zehnjährigen Papiere um 0,13 Prozentpunkte auf 4,24 Prozent sank.
Der Arbeitsmarkt in den USA zeigt deutliche Anzeichen einer Abschwächung. Die Erwartungen bezüglich der Beschäftigtenzahlen wurden nicht nur im Juli enttäuscht, sondern auch die Zahlen der vorherigen Monate mussten erheblich nach unten korrigiert werden. Auch die Arbeitslosigkeit ist gestiegen, während sich das Geschäftsklima im Industriesektor verschlechterte, was durch den Einkaufsmanagerindex ISM, der auf den niedrigsten Stand seit Oktober 2024 fiel, bestätigt wurde.
Thomas Gitzel, Chefökonom der VP Bank, kommentierte die Entwicklung mit einem Verweis auf die negativen Effekte der Zollpolitik auf die US-Wirtschaft. Der Chef der US-Notenbank, Jerome Powell, hatte zuletzt aufgrund der vermeintlichen Stärke des Arbeitsmarktes eine Zinssenkung abgelehnt. Commerzbank-Volkswirt Christoph Balz sieht jedoch eine Zinssenkung bei der nächsten Sitzung als wahrscheinlicher an, trotz des politischen Druckes aus dem Weißen Haus.
Präsident Donald Trump hatte Powell scharf kritisiert und sogar als „sturen Idioten“ bezeichnet, weil er die Zinsen nicht senke. Trump forderte den Vorstand auf, Verantwortung zu übernehmen, falls Powell weiterhin zögere.

