Unzufriedene CEOs: Skepsis gegenüber Trumps Handels- und Zinspolitik
In einer kürzlich durchgeführten Umfrage zeichnen US-amerikanische CEOs ein kritisches Bild von den wirtschaftlichen Maßnahmen der Trump-Regierung. Diese kam bei einer vertraulichen Diskussion von mehr als 70 Führungskräften im Rahmen der halbjährlichen CEO-Konferenz der Yale School of Management in Washington, D.C., zustande. Hauptaugenmerk lag auf den umstrittenen Zollmaßnahmen und den anhaltenden Angriffen auf die US-Notenbank Federal Reserve.
Besonders scharf kritisieren die Wirtschaftslenker Trumps Zollpolitik, die im Rahmen eines von ihm als "Tag der Befreiung" bezeichneten Aktionsplans im April eingeführt wurde. Rund 70% der Befragten gaben an, dass diese Maßnahmen ihrem Geschäft schaden. Zudem sind 74% der Ansicht, dass die Zölle rechtlich fragwürdig sind. Trotz Trumps Ziel, die Produktion vermehrt zurück in die USA zu holen, investieren 62% der CEOs nach dieser Maßnahme nicht verstärkt in die heimische Produktion.
Ein weiteres brisantes Thema ist die zunehmende Einflussnahme Trumps auf die Federal Reserve. Indem er Fed-Vorsitzenden Jerome Powell öffentlich diffamiert und personelle Umstrukturierungen wie den Versuch von Fed-Gouverneurin Lisa Cook zu entlassen betreibt, erodiert laut 70% der CEOs die Unabhängigkeit der Zentralbank. 80% der Führungskräfte sind der Meinung, dass dieser Druck dem Land insgesamt schadet.
Abseits davon wird die potenzielle Übernahme von TikToks Algorithmus durch Oracle von den CEOs mit gemischten Gefühlen betrachtet. Fast 70% analysieren, dass Trump bei diesem Deal China unnötig Zugeständnisse macht und 80% sehen darin ein nationales Sicherheitsrisiko. Dennoch sehen knapp 80% keine Probleme in der dominierenden Rolle von Oracles Larry Ellison, selbst wenn dieser oder Paramount die Mehrheit an der App halten würden.
Neben diesen zentralen Themen erhält die Trump-Regierung auch bezüglich ihrer Außenpolitik und des öffentlichen Gesundheitswesens keine positive Bewertung von den Führungskräften.

