Unsicherheiten bei Bundesanleihen und Fed-Nachfolge in den USA
Die Kurse deutscher Staatsanleihen verzeichneten am Freitag leichte Verluste. Der Euro-Bund-Future, oft als Barometer für die Richtung im Anleihemarkt betrachtet, sank um 0,04 Prozent und notierte bei 128,18 Punkten. Parallel dazu stieg die Rendite der zehnjährigen Bundesanleihe auf 2,84 Prozent.
Der US-amerikanische Präsident Donald Trump hat als neuen Kandidaten für die Nachfolge von Fed-Chef Jerome Powell den früheren Gouverneur Kevin Warsh ins Spiel gebracht. Diese Nachricht hat an den Finanzmärkten Spekulationen über den künftigen geldpolitischen Kurs geschürt. Warsh, bekannt für seine frühere geldpolitische Zurückhaltung, plädiert inzwischen für Zinssenkungen, womit er Trumps Wunsch nach einer Lockerung der Geldpolitik erfüllen könnte.
'Abzuwarten bleibt, ob Warsh den geldpolitischen Vorstellungen von Trump folgt', meinte Thomas Gitzel, Chefvolkswirt der VP Bank. 'Warsh ist sich jedoch der Bedeutung der Fed und ihres Ansehens für das wirtschaftliche Wohlergehen der USA bewusst.' Die Stabilität des US-Finanzsystems stehe hierbei im Mittelpunkt.
Indes übte sich der Eurokurs im Gleichmut, trotz jüngster Inflationsdaten aus der Eurozone. In Deutschland übertraf die Inflationsrate die Erwartungen und kletterte von 1,8 Prozent im Vormonat auf 2,1 Prozent, während Ökonomen mit einem Anstieg auf 1,9 Prozent gerechnet hatten. In Spanien hingegen fiel die Inflationsrate unerwartet stark.
Ralph Solveen, Volkswirt bei der Commerzbank, prognostiziert, dass die Inflationsrate in Deutschland kurzfristig um die Zwei-Prozent-Marke verharren werde. Steigende Arbeitskosten könnten jedoch bei Dienstleistungen für Preisanstiege sorgen.

