Investmentweek

Unsere Einschätzung: Gold auf dem Weg zur 4.800-Dollar-Marke

21. August 2025, 08:00 Uhr · Quelle: InvestmentWeek
Der Goldpreis hat seit Jahresbeginn stark zugenommen. Unsere Einschätzung zeigt Potenzial für weitere Steigerungen durch globale Risiken.

Gold glänzt – und das aus guten Gründen

Seit Jahresbeginn hat der Goldpreis einen bemerkenswerten Sprung hingelegt: Von rund 2.600 auf derzeit über 3.340 US-Dollar je Feinunze.

Und aus Sicht der Redaktion der InvestmentWeek ist das noch lange nicht das Ende der Fahnenstange. Die Rahmenbedingungen sprechen klar für eine Fortsetzung des Anstiegs – mittelfristig, aber auch auf Sicht der kommenden Jahre.

Unser internes Basisszenario sieht Kurse von bis zu 4.800 US-Dollar in den kommenden Monaten als realistisch an. Der Grund: Eine seltene Kombination aus geldpolitischer Kehrtwende, geopolitischen Risiken und wachsendem Misstrauen gegenüber Papierwährungen.

Die „zweite Halbzeit“ der Gold-Hausse, wie wir sie intern nennen, hat gerade erst begonnen.

Zinswende in den USA: Der Turbo für Edelmetalle

Einer der zentralen Treiber: Die voraussichtliche Kehrtwende der US-Notenbank. Die Fed signalisiert, dass die Phase aggressiver Zinserhöhungen zu Ende geht. Das hat unmittelbare Folgen: Sinkende Realzinsen machen Gold, das keine laufenden Erträge abwirft, im Vergleich zu Anleihen wieder deutlich attraktiver.

Zugleich wächst bei vielen Investoren das Bedürfnis nach Sicherheit. In Zeiten multipler Krisen – Handelskonflikte, Nahost, Taiwan, Ukraine – rückt Gold wieder ins Zentrum langfristiger Portfolios.

Die Schwäche des Dollars verstärkt diesen Effekt zusätzlich: In vielen Nicht-Dollar-Staaten erreicht Gold bereits neue Allzeithochs.

Institutionelles Kapital steht bereit

Was die aktuelle Entwicklung besonders interessant macht: Es ist nicht nur die Privatanlegerschicht, die in Gold investiert. Vielmehr fließen auch verstärkt Mittel großer Adressen – Pensionskassen, Stiftungen, Family Offices – in physisches Gold und Gold-ETFs. Und das auf globaler Ebene. Die Weltbank, mehrere Zentralbanken, allen voran die chinesische, stocken ihre Bestände seit Monaten deutlich auf.

Das sendet ein klares Signal: Gold ist zurück als strategischer Vermögensbaustein. Nicht als Spekulation – sondern als Absicherung gegen die strukturellen Risiken eines zunehmend fragilen Finanzsystems.

Silber: Der unterschätzte Bruder

Fast noch spannender als Gold ist aktuell Silber. Mit rund 38 Dollar je Feinunze liegt das Metall noch unter seinem Allzeithoch von 2011 – und das bei gleichzeitig deutlich veränderter Nachfragestruktur. Die Industrie – allen voran Solar-, Halbleiter- und Automobilhersteller – reißt sich um das Metall. Zugleich bleibt das Angebot auf Jahre hinaus begrenzt.

Silber mit Aufholpotenzial: Während Gold nahe Allzeithoch notiert, liegt Silber noch unter dem Niveau von 2011 – trotz boomender Industrienachfrage.

Die Kombination aus Industriemetall und „kleinem Bruder“ von Gold macht Silber aus Sicht unserer Redaktion zu einem der spannendsten Rohstoffwerte der kommenden Dekade. Wer sich strategisch positioniert, dürfte überproportional profitieren – vorausgesetzt, der Einstieg erfolgt rechtzeitig.

Platin und Palladium: Auf dem Radar – aber mit Einschränkungen

Auch andere Edelmetalle haben 2025 stark zugelegt: Platin rund +50 %, Palladium +26 %. In beiden Fällen sind Angebotsverknappung und spekulative Nachfrage die Haupttreiber.

Allerdings sehen wir bei beiden Metallen auch deutliche Risiken – etwa durch die Transformation der Automobilindustrie oder durch mögliche politische Eingriffe in Förderregionen wie Südafrika oder Russland.

Gold hingegen bleibt das klassische Krisenmetall – unreguliert, universell, bewährt. Genau deshalb sind unsere Redakteure überzeugt: Das Allzeithoch von 2025 war nicht das Ende, sondern der Beginn eines neuen Preiszyklus.

Gold ist mehr als ein Chartwert

Für viele Jahre galt Gold als verstaubtes Relikt, als Inflationsschutz für Angsthasen. Doch das Narrativ hat sich gedreht – und das aus gutem Grund. Gold ist heute ein rationaler Baustein in professionellen Portfolios, ein Gegengewicht zur Entwertung des Geldes und zur politischen Instabilität unserer Zeit.

Dass der Preis nachzieht, ist keine Überraschung – sondern eine logische Konsequenz. Wer glaubt, mit 3.340 US-Dollar sei das Potenzial ausgeschöpft, unterschätzt die Dynamik dieser Marktphase. Aus unserer Sicht ist die Marke von 4.800 US-Dollar kein Hirngespinst – sondern ein realistisches Szenario in einem Umfeld, das weiterhin wenig Vertrauen verdient.

Finanzen / Märkte / Gold / Edelmetalle / Investitionen
[InvestmentWeek] · 21.08.2025 · 08:00 Uhr
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